Konstellation
Objektbeschreibung
In den 1920er-Jahren entwickelte Arp in seinen Reliefs eine spezifische Objektsprache, in welcher der Nabel (das Oval), die Flasche, Muscheln, Uhren oder Krawatten einen besonderen Platz einnehmen. Aus diesem surrealen Formenvokabular entwickelte er wenige Jahre später seine „Konstellationen“, Anordnungen formal ähnlicher, abstrakter Objekte, die scheinbar zufällig zueinander in Bezug stehen. Arp schrieb darüber später: „Ich suchte nach neuen Konstellationen von Formen, wie sie die Natur in unendlicher Fülle stetig bildet. Ich versuchte Formen wachsen zu lassen. Ich vertraute den Beispielen der Keime, Sterne, Wolken, Pflanzen, Tiere, Menschen“ (Hans Arp, Betrachten, 1958, in: Ernst Scheidegger [Hrsg.], zweiklang. sophie taueber-arp. hans arp, Zürich 1960, S. 97). Das aus unbehandeltem Holz geschaffene Relief „Konstellation (Muschelkopf und Krawatte)“ befindet sich auf dem Übergang zu diesen abstrakten Werken; eindeutig ist noch die Krawatte zu erkennen, die in der Mitte des ovalen Keimlings beziehungsweise der Muschel platziert ist. | Maike Steinkamp