Syrakus
Objektbeschreibung
Vorderseite: Viergespann (quadriga) im Galopp nach l. Nike fliegt mit Siegeskranz heran. Lenker hält in erhobener r. Hand Peitsche (kentron). Das hintere Wagenrad zwischen den Pferdebeinen gut sichtbar. Unter doppelter Abschnittslinie Ähre nach l.
Rückseite: Σ-Υ-Ρ-Α-ΚΟΣΙΩ-[Ν]. Weiblicher Kopf nach r. mit nach hinten gekämmten und im Wirbelschopf zusammengefassten Haaren, Halsband und dreiteiligem Ohrring. Darum vier Delphine, einer taucht aus dem Halsabschnitt hervor.
Kommentar: Durch den Stempel der Vs. wird dieser Münztyp mit einer Reihe von unterschiedlichen Rs.-Köpfen zu einer Gruppe verbunden, darunter einem von Eukleidas signierten Stempel mit einem Athenakopf. Die Wagenseite der Münze wurde zuletzt von H. Kreutzer als Anspielung auf den Sieg der Syrakusaner über die Athener im Jahr 413 n. Chr. verstanden. Bereits A. Evans hatte den Frauenkopf auf der Rs. aufgrund der Kopfhaltung und der Frisur als Nike gedeutet, was ebenfalls auf diesen Sieg hindeuten könnte.
Literatur: L. O. T. Tudeer, Die Tetradrachmenprägung von Syrakus in der Periode der signierenden Künstler (1913) Nr. 61 a (diese Münze, ca. 413-399 v. Chr.); H. Kreutzer, Das Jahr 413 v. Chr. - Fixpunkt für die Datierung der Tetradrachmen von Syrakus aus der Periode der signierenden Stempelschneider, JNG 57, 2007, 53-81, bes. 67-69.
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