Preußen: Wilhelm I.
Objektbeschreibung
Vorderseite: WILHELM KOENIG VON PREUSSEN. Kopf König Wilhelms I. nach rechts. Unten das Münzzeichen A.
Rückseite: VEREINSMÜNZE - 100 EIN PFUND FEIN. Im Feld 1/2 / KRONE / 1868 von einem Eichenkranz umgeben.
Kommentar: Mit der Einführung des Gewichtspfundes zu 500 g im Wiener
Münzvertrag 1857 wurden auch die Goldmünzen dem modernen
Gewichtsstandard angepasst. Unter der Bezeichnung Krone
wurden Münzen von genau 10 g Feingold von den Mitgliederstaaten
des Münzvereins in Umlauf gesetzt. Das Rauhgewicht der Krone betrug 11,111 g, ihr Feingehalt 900 Teile Gold und 100 Teile Kupfer. Neben der Goldkrone wurde als weitere Goldmünze ab 1858 die halbe Krone geprägt. Da die neuen Geldstücke nicht Bestandteil einer Goldwährung waren, diese wurde in Deutschland erst 1871/73 eingeführt, bildeten sie eine Parallelwährung zum Goldtagespreis und hatten im Zahlungsverkehr keine große Bedeutung. In technischer Hinsicht stellen sie Spitzenleistungen der damaligen Prägetechnik dar. Die Stempel schnitt der Münzmedailleur Wilhelm Kullrich. Die Auflage dieser halben Krone betrug 91.794 Stück.
Literatur: F. Freiherr von Schrötter, Das Preussische Münzwesen 1806 bis 1873 (1925) 57 Nr. 18; W. Steguweit - B. Kluge, Suum Cuique. Medaillenkunst und Münzprägung in Brandenburg-Preußen (2008) Nr. 237; J.-P. Divo - H.-J. Schramm, Die Deutschen Goldmünzen von 1800-1930 ³(1994) Nr. 174; P. Arnold - H. Küthmann - D. Steinhilber, Grosser deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute. 19. Auflage (2003) Nr. 94; A. L. und I. S. Friedberg, Gold Coins of the World from ancient times to the present. 7. Auflage (2003) Nr. 2440; G. Schön - J.-F. Cartier, Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert. 15. Auflage (2004) Nr. 95; B. Kluge - M. Alram (Hrsg.), Goldgiganten. Das große Gold in der Münze und Medaille. Das Kabinett 12 (2010) 126 Nr. I 4.35 mit Abb. (dieses Stück).
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