Buchumschlag Arthur Holitscher, Weiße Liebe
Objektbeschreibung
In seiner Autobiografie beschreibt Arthur Holitscher (1869-1941): „Eine präraffaelitisch schlanke, weiße Gestalt mit Zügen Dagny Langens, wie sie einem in schwarzem Rock vor ihr knienden jungen Mann eine stilisierte Dornenkrone auf die Stirn drückt.“ [Arthur Holischter, Lebensgeschichte eines Rebellen. Meine Erinnerungen, Berlin 1924, S. 131] Otto Grautoff deutete den Umschlag: „Mit verzweifelten Gebärden kniet der ein Jüngling in qualvollen Seelenmartern vor einem hohen, majestätischen Weibe; die gewaltig dahinbrausende Leidenschaft seines zu krankhaft, zu sensitiv empfindenden Gemütes wird ihn, den Schwächling, vernichten und zu Grunde richten.“ [Otto Grautoff, Die Entwicklung der modernen Buchkunst in Deutschland, Leipzig 1901, S. 47) Walter von Zur Westen meint: „Durch die Zusammenstellung der Farben, eines glühenden Orange und eines kalten Violett, ruft das Blatt den gleichen kranken, pervers erkältenden Eindruck hervor, den die Lektüre des Buches erzeugt.“ [Walter von Zur Westen, Der künstlerische Buchumschlag: Deutschland, in: Zeitschrift für Bücherfreunde Nr. 3, 1899/1900, S.1-21, hier S. 15]