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Masken und Phantasmen


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Objektbeschreibung

Auf der Suche nach Motiven für seine Collagen und Gemälde machte Ernst auch vor der griechischen Mythologie nicht halt. Aus maskenartigen Formen setzte der Künstler das Trugbild einer Nike zusammen: Die Figur der Siegesgöttin ist hohl wie eine Schneiderpuppe, und das Verhältnis zu den sie umgebenden Formen bleibt unklar. Alles hängt davon ab, ob die Betrachter:innen die scharf umrissenen Farbpartien des Bildes positiv oder negativ, als eigene Körper oder als Leerräume lesen. So lässt sich der linke Flügel der Nike auch als ein eigenständiger Vogel lesen. Die roten Partien ihrer Augen und über der Stirn wirken wie das Innere einer Hohlform und zugleich wie die Umrisse eines nach oben blickenden vogelartigen Wesens. Weitere Vogelformen, mit und ohne Augen, ergeben sich, wenn man das Bild dreht. Dem Künstler, der sich selbst wiederholt als „Vogelobre Horneborn“, als „Loplop“-Vogel oder als „Schnabelmax“ inszenierte (und tatsächlich eine große schnabelartige Nase hatte), gelang mit dieser Masken-Phantasmagorie zugleich die Persiflage einer im 19. Jahrhundert beliebten Figur, die Kuppeln und Säulen, Briefpapier und Kaminsimse zierte. | Kyllikki Zacharias