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L'Écurie du sphynx


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Objektbeschreibung

Laut seinen Erinnerungen (Max Ernst, Biographische Notizen, in: Max Ernst, Ausst.-Kat., München, 1979, S. 149) machte Ernst 1925 in einem Hotelzimmer im französischen Pornic eine folgenreiche Entdeckung: Angezogen von der Maserung der Holzdielen hatte er ein Blatt Papier auf den Boden gelegt und mit einem Bleistift darübergerieben. Die dadurch entstandenen Muster und Formen dieser und anderer Oberflächen ergaben sogenannte Frottagen (von „frotter“, französisch für „reiben“). In bewusster Verleugnung der Autorschaft des Künstlers präsentiert sich die Welt durch dieses Verfahren gleichsam von selbst: In den Abrieben lassen sich kosmische Phänomene erkennen, sonderbare Landschaften oder Tiere in seltsamen Situationen wie ein Dromedar im Stall einer Sphinx. 34 derart entstandene und als Lichtdruck reproduzierte Werke fasste Ernst 1926 in einer Mappe als „Histoire naturelle“ zusammen. Der Titel ist eine ironische Anspielung auf das gleichnamige mehrbändige Werk des französischen Naturforschers Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon, das – neben Denis Diderots „Encyclopédie“ − zu den großen Aufklärungsprojekten des 18. Jahrhunderts gehört. Als Nummer 27 enthält Ernsts „Histoire naturelle“ eine Darstellung mit dem Titel „Im Stall der Sphinx“, die jedoch einen dickbeinigen Vogel statt eines Dromedars zeigt. | Kyllikki Zacharias