Die Vögel
Objektbeschreibung
1938 hatte Ernst die Gruppe der Surrealisten in Paris verlassen und sich mit der Künstlerin Leonora Carrington im südfranzösischen Saint-Martin d’Ardèche niedergelassen. Nach Kriegsbeginn wurde er als „feindlicher Ausländer“ interniert. Erst 1941 konnte er in die USA fliehen. Mit der Frottage „Die Vögel“ hat der Künstler ein wiederkehrendes Privatmotiv aufgegriffen: Als „Vogelobre Horneborn“, „Loplop“ oder „Schnabelmax“ zieht es sich – meist als sein Alter Ego – durch Ernsts gesamtes Œuvre. Aber auch die Ende der 1920er-Jahre entstandenen „Horden“ und die sich aus ihnen in den 1930er-Jahren entwickelnden „Barbaren“-Wesen und „Hausengel“ (vgl. „Der Kopf des ‚Hausengels‘“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) haben vogelhafte Züge. Mit breit gestellten, mächtigen Beinen trampeln sie nieder, was ihnen in die Quere kommt. Im vorliegenden Falle scheint es ein Vogel zu sein, der über einen anderen obsiegt hat. | Kyllikki Zacharias