Ohne Titel
Objektbeschreibung
Die Künstlerin Dorothea Tanning hatte Ernst 1942 kennengelernt, vier Jahre später heirateten die beiden. Im August 1943 erhielt sie von ihm ein erstes sogenanntes D-Painting zum Geburtstag – D wie Darling, aber auch wie Dorothea –, dem bis zu Ernsts Lebensende 35 weitere folgen sollten. Die kleinformatigen Gemälde, in denen jeweils ein kleines „D“ auftaucht, rekapitulieren die verschiedenen Techniken, die der Künstler im Laufe der Zeit entwickelte, und beziehen sich zugleich auf gemeinsame Erlebnisse. So erinnert bereits das zweite „D-Painting“ von 1944 (WVZ Spies/Metken 1987, 5, 2461) an den Sommeraufenthalt des Paares auf Long Island (vgl. „Junger Mann mit klopfendem Herzen“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch), wo Ernst ein kleines Schachspiel schuf sowie die darauf Bezug nehmende Skulptur „The King Playing with the Queen“ („Der König spielt mit der Königin“). Wie im „D-Painting“ von 1944 ist auch in dem gleich großen Gemälde der Nationalgalerie der gehörnte Kopf des Königs zu erkennen. In der Dorothea Tanning zugedachten Version taucht er, halb Insekt, halb martialisches Wesen, im Ausschnitt eines Fensters auf, während er hier auf dem Dach eines kleinen, auf Beinen stehenden Häuschens erscheint. Wenig später bauten sich Ernst und Tanning ein solches Haus in der Wüste von Arizona. | Kyllikki Zacharias