Les complices du magicien
Objektbeschreibung
Die räumliche Disposition dieses Gemäldes erinnert an die wenig zuvor entstandene „Terrasse von Atahualpa“ (Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch); sie findet sich in abgewandelter Form auch in weiteren Mitte der 1920er-Jahre entstandenen Werken des Künstlers wieder. Von den Betrachter:innen aus auf eine kahle graue Felslandschaft hinausragend ist die Terrasse diesmal wie eine Bühne mit Brettern ausgelegt. Hier, wo Kultur und Natur einander begegnen, vollzieht sich das nackte Wunder vor aller Augen: Zwei scheinbar miteinander kommunizierende Röhren geben den Blick auf den Teil eines Frauenkörpers frei, den die jeweils andere Röhre verdeckt. Ein simpler Zaubertrick? Rohrpost im Gebirge? Das weitmaschige Fischernetz, das die hintere Figur umfängt und ihre Nacktheit eher betont als verbirgt, leitet über zu einer dritten, wenig entfernt gelegenen Röhrenform – diesmal nicht aus Messing, sondern aus weißem Stoff. Wie ein Duschvorhang hängt er an einem hölzernen Ausleger. Ob sich auch hier jemand befindet, wird nicht verraten, doch lässt der dunkelrote, wie an einer Taille zusammengeraffte Bühnenvorhang im Hintergrund die Präsenz weiterer weiblicher „Komplizen“ erahnen. Sechs Jahre später veröffentlichte André Breton unter dem Titel „Die kommunizierenden Röhren“ (Paris 1932) eine Schrift, in der es wie bei Magritte um das wechselseitige Verhältnis von Traum und Wirklichkeit, Bewusstsein und Unbewusstem geht. | Kyllikki Zacharias