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Flèche transperçant fumée


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Objektbeschreibung

Eine rote Sonne mit sechs schwarzen gewundenen Strahlen – bei Miró immer auch das Zeichen für das weibliche Geschlecht –, eine delikat bewegte Figur aus Strich und Punkt mit drei gepunkteten Wellenlinien für das fliegende Haar und eine weiße Farbwolke, in die die Widmung an Serge Lifar eingeschrieben ist. Er war Tänzer und Choreograf, als Schüler Bronislava Nijinskas, der Schwester des berühmten Vaslav Nijinsky, 1921 aus Russland nach Paris gekommen und seit 1923 Mitglied der legendären „Ballets Russes“ von Serge Diaghilev. 1926 entwickelte Miró zusammen mit Max Ernst für dieses Ensemble Vorhang und Kostüme des Balletts „Romeo und Julia“; es wurde in Monte Carlo aufgeführt (Musik von Constant Lambert). Die Tänzerin war, in komplementärer Ergänzung zum „Katalanischen Bauern“ (vgl. „Malerei“, 1925, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch), ein zentrales Motiv in Mirós pan-erotischem Kunstkosmos. Der „durchstoßende Pfeil“ der Widmung ist ein sprechender Hinweis auf diesen Eros des Tanzes und der Malerei. Wie die Schriftlinien die Farbwolke durchdringen, durchstößt auch der Begriff „Pfeil“ („flèche“) gewissermaßen das Bild der „Tänzerin“: Die Vorstellung vom horizontal fliegenden Pfeil gerät mit dem vertikal geneigten Strich der Tänzerin in befruchtenden Kontakt – in genauer Analogie zur Durchbrechung oder Verwandlung des Alltagsraumes durch die beseelte Bewegung des Tänzers beziehungsweise der Komposition in einen sur-realen Raum der Imagination, als dessen Saatbett der blaue Bildgrund aufzufassen wäre. Blau war für Miró, wie ein anderer geschriebener Bildtitel konstatiert, „die Farbe meiner Träume“ (WVZ Dupin 1999, 147). | Oliver Seifert