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Objektbeschreibung

Was auf den ersten Blick als fünf unabhängig voneinander hingeworfene Entwurfsskizzen wirkt, erweist sich bei näherem Hinschauen als eine räumlich präzise Situation: Im Vorder- und im Hintergrund sind die Grenzen eines Zimmers angedeutet, und die darin befindlichen Figuren sind perspektivisch gestaffelt. Die gestalterische Grundlage dieser sonderbaren Wesen bildeten eine 1935 von Bellmer entworfene Puppe und seine von ihr gemachten Fotografien (vgl. „Die Puppe“, NG-FCFC 177/14, sowie die Skulptur „Die Puppe“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch). Ein Kugelgelenk im Bauch ermöglichte es, die Puppe mit mehreren Beinen auszustatten, ähnlich wie es im linken unteren Bereich dieser Zeichnung zu erkennen ist. Für seine Zeichnungen wählte Bellmer gern hellrosafarbenes Papier – eine Farbe, deren spezifisch weibliche Konnotationen sich erst in den 1930er- und 1940er-Jahren durchzusetzen begannen. Die sonderbar mehrgliedrigen Figuren, die Bellmer im Raum verteilt hat, gehen unabhängig voneinander jeweils eigenen Tätigkeiten nach. Als solipsistische Wesen, ausgestattet mit kindlichem Spielzeug wie Ball oder Reifen und erotisch aufgeladenen Attributen wie Stiefeletten und Höschen, machen sie die verwirrten Betrachter:innen zu unfreiwilligen Voyeur:innen dieser Szenerie. | Kyllikki Zacharias