How about a Couple of Sailors
Objektbeschreibung
Ende der 1960er-Jahre entwickelte Horn zunächst Objekte wie Flügel, Masken oder Hörner, die sie wie Prothesen einsetzte, um damit den eigenen Körper und den umgebenden Raum intensiver zu erfahren. Diese maßgeschneiderten Körpererweiterungen erzwangen eine Anpassung der Motorik und dienten der Fokussierung auf einen bestimmten Bewegungsablauf. Sie wurden in filmisch dokumentierten Performances vorgeführt. Ende der 1970er-Jahre begann Horn, mit mechanisch bewegten Skulpturen zu arbeiten, deren beseeltes Eigenleben sie inszenierte. Ihre kinetischen Objekte haben oftmals sexuelle Konnotationen und kreisen vielfach um das menschliche Begehren. So lässt sich das in der Neuen Nationalgalerie befindliche Werk „How about a Couple of Sailors“ als Visualisierung von Annäherung und Abwendung interpretieren, indem ein von einem Elektromotor angetriebener Telefonhörer in gleichmäßiger Bewegung in den Gabelumschalter einrastet und sich wieder abhebt. Horns lustbesetzte Maschinen sind auch ein ironischer Kommentar auf den von Marcel Duchamp als „Junggesellenmaschine“ bezeichneten unteren Teil seines Werkes „Das große Glas“ (1915–1923), in dem Junggesellen durch ihr Begehren nach der Braut eine Walze in Gang setzen (Philadelphia Museum of Art). Horn erweitert diesen maskulin besetzten kunsthistorischen Kontext um die Anspielung auf ein entschieden feminines Verlangen. | Irina Hiebert Grun