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Recht und Ordnung


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Objektbeschreibung

In seinen ironischen, gesellschaftskritischen Arbeiten greift Klapheck Elemente der Pop-Art, des Hyperrealismus und des Surrealismus auf, ohne sein Schaffen selbst einer bestimmten Bewegung oder Stilrichtung zuzuordnen. Für seine umfangreiche Retrospektive im Jahr 1985 in München, Hamburg und Tübingen unterteilte er sein Werk in mehrere Schaffensphasen, angefangen von der Entwicklung seines künstlerischen Vokabulars (1955–1959) über die Zeit der Vereinfachung und Stilisierung seiner Darstellungsweisen (1959–1963) bis hin zu deren Zuspitzung und Monumentalisierung (1963–1973). In der letztgenannten entstand das Gemälde „Recht und Ordnung“. Die vier grauen Protagonisten des Bildes stehen stramm in Reih und Glied. Ihre hochstilisierten, beinahe abstrahierten Körper erinnern an überdimensionierte Typenhebel einer mechanischen Schreibmaschine – einem Werkzeug und Sinnbild der Bürokratie. Die Schreibmaschine war von Beginn an ein zentrales Motiv in Klaphecks Werk. Zu den frühen Beispielen zählen „Athletisches Selbstbildnis“ (1958, Saarland-Museum, Saarbrücken) oder auch „Das Glück der Regelmäßigkeit“ (1959, Karl-Ernst-Osthaus_Museum, Hagen), in dem Klapheck auf viele mechanische Details verzichtet und stattdessen die Tasten über die reguläre Anzahl auf entsprechenden Maschinen hinaus vermehrt. Vor dem Hintergrund der beginnenden Aufarbeitung des Nationalsozialismus schuf Klapheck ab Mitte der 1960er-Jahre mehrere Schreibmaschinenbilder, die Themen wie Macht und Männlichkeit behandeln und zu denen auch das vorliegende Gemälde gehört. Insgesamt finden sich über vierzig anthropomorph wirkende Schreibmaschinen in seinem offiziellen Gesamtwerk. | Catherine Nichols