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Aidez l'Espagne


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Objektbeschreibung

Spanien befand sich seit dem 13. Juli 1936 im Bürgerkrieg, nachdem die Generäle der faschistischen Falange gegen die im selben Jahr gewählte Volksfrontregierung aus Republikanern, Sozialisten, Kommunisten und Syndikalisten geputscht hatten. Auf Bitten von Christian Zervos, Verleger unter anderem der Zeitschrift „Cahiers d’Art“, entwarf Miró den Siebdruck „Aidez l’Espagne“, der zu einer Geldspende für die Kriegsopfer aufruft. Das persönliche Statement unterhalb des Siebdruckes nimmt den politischen Konflikt zum Anlass einer Beschwörung der eben nicht nur ästhetisch begriffenen Kraft des „Schöpferischen“: „Im gegenwärtigen Kampf sehe ich aufseiten der Faschisten zerstörerische Kräfte. Auf der anderen Seite aber das Volk, dessen immense schöpferische Kräfte Spanien eine Schwungkraft (élan) verleihen werden, die die Welt in Erstaunen versetzen wird.“ Ganz entsprechend hat Miró die konventionelle Formel des Mannes mit erhobener Faust als Verkörperung des Widerstandes durch die von ihm erarbeiteten künstlerischen Verfahren in ein genuines Kunstwerk verwandelt: extreme Vergrößerung einzelner Körperteile, Zerlegung des Körpers in freie, organoide Farbflächen beziehungsweise piktogrammartige Kürzel (Auge, Sonne, Mond); die Farben werden nicht imitierend, sondern als poetische Metaphern eingesetzt und generieren gewissermaßen aus sich heraus Bedeutung: Schwarz und Weiß als Gegensatz von Licht und Dunkel, Gut und Böse. Rot und Gelb sind auch die Farben Spaniens und Kataloniens. Blau ist, so Miró, „die Farbe meiner Träume“ (vgl. WVZ Dupin 1999, 147). | Oliver Seifert