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Gemälde für junge Leute


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Objektbeschreibung

1943 schuf Ernst insgesamt drei „Gemälde für junge Leute“ sowie ein ähnlich aufgebautes „Fenster“ (WVZ Spies/Metken 1987, 5, 2444–2447). Als Summe mag das großformatige, ebenfalls 1943 entstandene Gemälde „Vox Angelica“ gelten (WVZ 2448). Biografisch gesehen malte er diese Bilder in einem Jahr der Wende. Nach seiner geglückten Flucht aus Europa und einer kurzen Ehe mit der reichen Sammlerin Peggy Guggenheim verbrachte Ernst den Sommer 1943 mit seiner neuen Liebe, der Malerin Dorothea Tanning, in Arizona (drei Jahre später ließen sich die beiden dort in dem kleinen Ort Sedona nieder). Fernab des Zweiten Weltkriegs, aber auch fernab der New Yorker Gesellschaft und der emigrierten Freunde zog Ernst Bilanz über sein bisheriges Schaffen. In den Kompartimenten dieser Gemälde hat er verschiedene Arbeitsmethoden wie die „Décalcomanie“ (Abklatschtechnik; vgl. Salvador Dalí, „Doppelrätsel“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) oder die „Grattage“ (vgl. Ernsts „Paysage coquillages“, NG 9/67) Revue passieren lassen und sich programmatisch mit dem Verhältnis von Kultur und Natur sowie der Rolle des Künstlers auseinandergesetzt. Der endzeitlichen Vision einer von der Natur überwältigten Kultur wird mit Elementen wie dem Zirkel die optimistische Idee eines Künstlers als Konstrukteur des Neuen entgegengehalten, womit Ernst nicht zuletzt sich selbst gemeint hat (der Zirkel in Gestalt des Buchstabens „A“ kehrt in „Vox Angelica“ als mittlerer Buchstabe seines Vornamens Max wieder). Mit diesem Vermächtnis wandte sich der 52-Jährige an „junge Leute“ – in den USA ebenso wie an eine künftig ihm nachfolgende Generation in Europa. | Kyllikki Zacharias