Atelierfenster
Objektbeschreibung
In seiner Ausstellung bei Paul Cassirer in Berlin 1923 hatte Krauskopf unter dem Titel „Mein Atelierfenster“ eine linear skizzierte Darstellung des imposanten dreiteiligen Fensters seines neuen Ateliers in der Bülowstraße 34 gezeigt (Max Osborn, Bruno Krauskopf, in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 53 [1923/24], S. 252). Die Fenstergliederung und der weite oder in die verschneite Umgebung gehende Ausblick hinter den Gegenständen auf der Fensterbank waren ein Motiv, das ihn nun häufiger zur Darstellung reizte (vgl. „Blumen am Fenster“, A IV 194) Das vorliegende Bild ist ausgeführter als jenes von 1923, Krauskopf scheint hier Einflüsse der Neuen Sachlichkeit aufgenommen zu haben. Er verbindet in seiner Darstellung feste Form und malerische Auflösung. Der Kunstkritiker Max Osborn registrierte in der Ausstellung der Berliner Secession von 1926 generell ein Gefühl für eine neue Gegenständlichkeit und damit auch eine neue Nähe zum Publikum, „das sich gleichsam vor klare Verhältnisse gestellt sieht. Man empfindet die Wendung sehr deutlich, wenn man beobachtet, wie Bruno Krauskopf, der sich eine Zeit lang aus einem verschwommenen Ungefähr nicht lösen konnte, sich zu malerischer Formung zurückfindet“ (Max Osborn, Ausstellung der Berliner Secession, Herbst 1926, in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 59 [1926/1927], S. 208). Der seinerzeit erfolgreiche Künstler empfing in seinem Atelier gern einen ausgedehnten Freundeskreis aus Architekten, Musikern, Schriftstellern und Malern, darunter Max Pechstein, Wilhelm Kohlhoff und Paul Kuhfuss. | Angelika Wesenberg