Orkney Chair
Objektbeschreibung
Sessel aus Holz mit geflochtener, hoher Rückenlehne aus in Wickelwulsttechnik geflochtenem Haferstroh mit Kuppel. Unter der Sitzfläche eine Schublade eingearbeitet, die sich nach vorne öffnen lässt. Von der Form her ein typischer „Orkney Chair".
Sessel dieser Form und mit diesem Materialmix und in diesen Techniken sind typisch für das zu Schottland gehörende Archipel Orkney. Sie werden dort seit hunderten Jahren gefertigt und waren ursprünglich einfache Sitzgelegenheiten, die aus den Materialien, die man vor Ort fand, hergestellt wurden. Heute gibt es nur noch wenige Werkstätte, die diese Stühle herstellen.
Da es auf Orkney wegen der nördlichen Lage der Inselgruppe keine Wälder gibt, wurden diese Sessel traditionell aus Treibholz, das an die Küsten angeschwemmt wurde, hergestellt. Heute wird herfür Holz importiert, jedoch werden auch noch Sessel aus Treibholz gefertigt wie dieser hier. Er stammt aus der Werkstatt von Jackie und Marlene Miller, die bis heute die traditionellen Orkney Chairs herstellen. Für das Gestell wird das Treibholz bearbeitet und bis zu 30 Elemente mit Hilfe von Schwalbenschanzverbindungen mit einander verbunden. Dies nimmt circa 1 Woche in Anspruch. Die Rückenlehne samt Haube wird aus dem auf der Insel angebauten Haferstroh in der Wulstwickeltechnnik geflochten. Mit Hilfe eines Metallrings wird dabei sichergestellt, dass das Stroh gleichmäßig dick ist. Zur Ernte des Hafers wird eine traditionelle Sichel und Mähbinder verwendet, damit die Strohhalme möglichst lang und unbeschadet sind. Zur Herstellung einer solchen Haubenlehne benötigt man 7-8 Strohbündel, deren Reinigung und Vorbereitung von Hand bis zu 24 Stunden dauern. Diese Arbeit übernimmt meist Marlene Miller, wobei sie manchmal von ihrem Enkel unterstützt wird. Anschließend wird das Stroh in der Wickelwulsttechnik 2 Wochen lang in den Rahmen der lehne eingebracht, wobei es mit bis zu 200 Stichen fixiert (umbunden) wird. Während heute die Sessel in Werkstätten von spezialisierten Handwerker*innen gefertigt werden, wurden sie früher in kleinbäuerlichen Familien für den eigenen Gebraucht gefertigt. Die Sessel erlangten auch auf dem schottischen Festland Beliebtheit, nachdem sie Teil des Scottish Home Industries Association Displays bei der fifth Scottish International Exhibition 1890 in Edinburgh waren. Hierdurch wurden dann auch Stühle für den Export hergestellt, die dann u.a. im Kaufhaus Liberty's in London verkauft wurden. Die Werkstatt von David Kirkness soll so um die 14000 Sessel hergestellt haben, die in Großbritannien und darüber hinaus verkauft wurden. Erst als der Stuhl um 1900 auch außerhalb der Orkney Inseln im Zuge der Arts&Crafts Bewegung populär wurde, wurde er als Orkney Chair bezeichnet.
Die Sitzhöhe ist traditionell relativ niedrig, um nicht im Rauch der offenen Feuerstellen in den Häusern zu sitzen. Die hohe Rückenlehne, teils wie hier mit Haube, diente dazu, die Wärme des Feuers, an dem die Stühle standen, zu bündeln und gleichzeitig die Person vor Zugwind in den für Orkney typischen Steinhäusern zu schützen. In der Schublade, die nur dann Teil der Sessel war, wenn man hierfür genug Treibholz fand, konnten persönliche Gegenstände aufbewahrt werden.
Sessel dieser Form und mit diesem Materialmix und in diesen Techniken sind typisch für das zu Schottland gehörende Archipel Orkney. Sie werden dort seit hunderten Jahren gefertigt und waren ursprünglich einfache Sitzgelegenheiten, die aus den Materialien, die man vor Ort fand, hergestellt wurden. Heute gibt es nur noch wenige Werkstätte, die diese Stühle herstellen.
Da es auf Orkney wegen der nördlichen Lage der Inselgruppe keine Wälder gibt, wurden diese Sessel traditionell aus Treibholz, das an die Küsten angeschwemmt wurde, hergestellt. Heute wird herfür Holz importiert, jedoch werden auch noch Sessel aus Treibholz gefertigt wie dieser hier. Er stammt aus der Werkstatt von Jackie und Marlene Miller, die bis heute die traditionellen Orkney Chairs herstellen. Für das Gestell wird das Treibholz bearbeitet und bis zu 30 Elemente mit Hilfe von Schwalbenschanzverbindungen mit einander verbunden. Dies nimmt circa 1 Woche in Anspruch. Die Rückenlehne samt Haube wird aus dem auf der Insel angebauten Haferstroh in der Wulstwickeltechnnik geflochten. Mit Hilfe eines Metallrings wird dabei sichergestellt, dass das Stroh gleichmäßig dick ist. Zur Ernte des Hafers wird eine traditionelle Sichel und Mähbinder verwendet, damit die Strohhalme möglichst lang und unbeschadet sind. Zur Herstellung einer solchen Haubenlehne benötigt man 7-8 Strohbündel, deren Reinigung und Vorbereitung von Hand bis zu 24 Stunden dauern. Diese Arbeit übernimmt meist Marlene Miller, wobei sie manchmal von ihrem Enkel unterstützt wird. Anschließend wird das Stroh in der Wickelwulsttechnik 2 Wochen lang in den Rahmen der lehne eingebracht, wobei es mit bis zu 200 Stichen fixiert (umbunden) wird. Während heute die Sessel in Werkstätten von spezialisierten Handwerker*innen gefertigt werden, wurden sie früher in kleinbäuerlichen Familien für den eigenen Gebraucht gefertigt. Die Sessel erlangten auch auf dem schottischen Festland Beliebtheit, nachdem sie Teil des Scottish Home Industries Association Displays bei der fifth Scottish International Exhibition 1890 in Edinburgh waren. Hierdurch wurden dann auch Stühle für den Export hergestellt, die dann u.a. im Kaufhaus Liberty's in London verkauft wurden. Die Werkstatt von David Kirkness soll so um die 14000 Sessel hergestellt haben, die in Großbritannien und darüber hinaus verkauft wurden. Erst als der Stuhl um 1900 auch außerhalb der Orkney Inseln im Zuge der Arts&Crafts Bewegung populär wurde, wurde er als Orkney Chair bezeichnet.
Die Sitzhöhe ist traditionell relativ niedrig, um nicht im Rauch der offenen Feuerstellen in den Häusern zu sitzen. Die hohe Rückenlehne, teils wie hier mit Haube, diente dazu, die Wärme des Feuers, an dem die Stühle standen, zu bündeln und gleichzeitig die Person vor Zugwind in den für Orkney typischen Steinhäusern zu schützen. In der Schublade, die nur dann Teil der Sessel war, wenn man hierfür genug Treibholz fand, konnten persönliche Gegenstände aufbewahrt werden.