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Collage - Peinture


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Objektbeschreibung

Nachdem Miró 1929/1930 in „eine Krise des Ausdrucks und des schöpferischen Bewußtseins, die seinen Glauben an seine Malerei, sein Vertrauen zu ihr in Frage stellte“ (Jacques Dupin, Miró. Leben und Werk, Köln 1961, S. 189) gefallen war, experimentierte er mit neuen Techniken und unterschiedlichen Materialien: 1930 bis 1932 entstanden die „Konstruktionen“, die weder als Skulpturen noch als Objekte zu verstehen sind, und die „Peintures-Objets“, Bilder, in denen der Künstler Farbe und Fundstücke auf der Bildfläche zusammenbrachte. Zudem erkundete er das Potenzial neuer Bildträger, darunter Reispapier, Wellpappe, Zeitungs- und schwarzes Papier, aber auch Sandpapier wie in den „Collages-Peintures“. Im Dezember 1933 schuf Miró zunächst sechs kleine Gemälde mit Öl auf Sandpapier, bevor im September 1934 eine Serie von circa 17 Bildern, darunter die beiden vorliegenden, mit einer reduzierten Farbpalette aus Hellbraun, Weiß und Schwarz folgte, auf denen er Öl, Bleistift und weißes Papier auf Sandpapier aufbrachte. In ihnen verflechten sich stilisierte, ausgeschnittene, gemalte und gezeichnete mensch- und tierförmige sowie hybride Formen. Besonders daran ist die kühne Gegenüberstellung des körnigen Sandpapiers und des glatten weißen Papiers – ihre anfängliche Spannung wird durch die schwungvollen, fließenden Bleistiftlinien und Ölstriche aufgelöst, was die kontrastierenden Flächen miteinander verbindet. Während die schwarzen Formen, in Öl abwechselnd als gefüllte und durchsichtige Partien auf das glitzernde Sandpapier gemalt, kräftig und schwer wirken, mutet der Bleistiftstrich auf dem weißen Papier schnell und geschmeidig an. Er geht nahtlos in die schwebenden Silhouetten der Figuren über, man erkennt Augen, Gesichter, Beine, Füße und immer wieder Brüste, Nabel und Embryos. Es entsteht eine ursprüngliche Welt aus hybriden und mutierenden Wesen, die natürlich zu wachsen scheint und sich in ihren verschlungenen Formen zu einem harmonischen Ganzen vereint. | Francisca Cruz