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BeTeF - Bremer Tauwerk-Fabrik F. Tecklenborg & Co.


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Objektbeschreibung

Querformatiger Anschauungskasten, für Unterrichtszwecke in der Hochschule der Künste Berlin genutzt. Im Anschauungskasten das Material Sisal in verschiedenen Verarbeitungszuständen (als Rohfaser, als Tau, drei Zwirnvarianten, sowie sechs verschiedene Gewebemuster, gebleicht und rotgefärbt). Dazu gibt es vier schwarz-weiss Fotos der Sisalernte, Verarbeitung und Weberei. Das Firmenlogo BeTeF - Bremer Tauwerk-Fabrik F. Tecklenborg & Co. ist in der oberen Mitte des Kastens aufgeklebt.
Der Anschauungskasten wurde zu Unterrichtszwecken in der Textilabteilung der Vorgängerschulen der heutigen Hochschule der Künste genutzt.
Sisal war eine in Ostafrika nicht heimische Pflanze. Ursprünglich aus Mexiko durften Pflanzenableger eigentlich nicht von dort ausgeführt werde. Dem deutschen Agrarwissenschaftler Richard Hindorf (1863-1954) gelang es über Umwege dennoch, dieses Verbot zu umgehen und Sisalableger aus Amerika zu besorgen. Sein Ziel, diese in das damalige deutsche Kolonialgebiet im heutigen Tansania zu bringen und dort Sisal als Plantagenpflanze industriell anzubauen, erreichte er. Sisal war bis zum 1. Weltkrieg ein sehr wichtiger kolonialer Rohstoff für Deutschland. 

Die Bremer Tauwerk-Fabrik geht auf eine 1832 eröffnete Reepschlägerbahn zurück, die sich zu einem florierenden Unternehmen für Tauwerk und Bindegarn aus Naturfasern entwickelte. 1947 kam eine Teppichweberei für Webteppiche und Vorleger aus Sisal und Wolle hinzu, die nach 1950 als Bremer Teppich-Fabrik F. Tecklenborg  Co. KG firmierte. Anfang der 1960er-Jahre hatten Tauwerk- und Teppichfabrik mehr als 1000 Mitarbeiter. Nach Produktionsumstellung (u.a. Badteppiche aus Kunststoff) und Firmenübernahmen wurde die Produktionsstätte in Bremen-Grohn 1988 stillgelegt.

Durch das zunehmende Verbot von Plastiktauen in der Schifffahrt ist Sisal im 21. Jahrhundert wieder ein gefragter Rohstoff. Das Material ist schwer entflammbar und salzwasserresistent.