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Objektbeschreibung

Runde Korbschale aus Stroh und Binse in Wulstwickeltechnik geflochten mit niedrigem Rand. In der Mitte ein mit Blumenornamenten in Türkis besticktes, rundes Baumwolltuch, um das sich spiralförmig die Wülste legen. Mit Filz in hellblau und Türkis eingebrachte Dekorationen am Boden der Schale in Form von Vögeln und vierblättrigen Kleeblättern. Am Rand innen, auf dem Rand und außen am Fuß der Schale ebenso Dekorationen mit Filz (Türkis).

Der Korb wurde von der Flechterin Caterina Meloni in Sinnai, Sardinien, Italien geflochten. Sie begann 2003 zu flechten, erst als Hobby, ab 2012 dann als Beruf. Sie erlernte das Herstellen des Korbbodens (Sardisch: su girieddu) sowie das Dekorieren der Körbe mit buntem Filz (Sardisch: su scralatu). Bereits ihre Großmutter hatte in dieser Art geflochten.
Diese Art von Korb nennt man Crobbeda. Traditionell sind die Dekorationen rot, jedoch wendet die Flechterin zeitgenössische Motive und Farben an. Körbe mit circa 60/70 cm Durchmesser (sa crobi manna - der Größere) wurden genutzt um Brot oder Früchte, Mehl und Pasta aufzubewahren.
Heute werden die Körbe hauptsächlich verschenkt (zunehmend wieder bei Kommunionen, Hochzeiten), als Dekoration genutzt sowie von Tourist*innen als Souvenir gekauft.

Die Körbe bestehen aus Stechbinse (Juncus Acutus), das in Sumpfgebieten wächst. Die Halme müssen rausgerissen statt abgeschnitten werden, sonst geht die Pflanze ein. Die Ernte findet zwischen Mai und Juni entlang von Flüssen, Seen und dem Meer statt, vor allem um Elmas und Assemini sowie um Muravera und San Vito. Man erntet die grünen Zweige, an denen eine Blume ist, da diese Zweige die stabilsten sind. Sie sind grün und trocknen anschließend in der Sonne, bis sie gelb sind. Dies dauert bei einer Ernte im Juni bis September. Das Stroh ist Hartweizenstroh der Sorte Granbo Capelli, da dieses einen langen Halm hat, gleichzeitig dünn, flexible und glänzend ist. Ausgesät wird im Dezember, geerntet wird meist Mitte Juli von Hand mit einer Sense. Wenn man dickere Halme möchte, muss man beim Aussäen mehr Platz lassen zwischen den Körnern. Dies braucht man um Körbe, die strexiu grussu, z.B. canisteddu, crobi manna zu flechten. Körbe aus dünneren Halmen nennt man strexiu fini, z.B. sa pallinedda, Kleine crobedda oder su coffinu.

Zum Arbeitsablauf: An manchen Tagen reinigt und teilt die Flechterin die Stechbinse und das Weizenstroh. Dies kann einige Stunden in Anspruch nehmen. Erst dann kann das Flechten beginnen. In ihrem Haus hat sie dafür eine kleine Werkstatt eingerichtet.
Das Stroh bildet den Wulst und gewickelt wird mit geteilter Binse. Mit dem Werkzeug, einer Ahle, wird ein Zwischenraum zwischen den einzelnen Strohsträngen gebildet, durch die dann der Binse-Strang ähnlich einem Faden geschoben wird. Der Wollfaden, aus dem die Dekoration ist, wird “Scarlet” genannt, wenn es ein roter Faden ist.

Die Körbe aus Sinnai sind besonders, da sie sehr fein mit Stechbinse und Stroh geflochten sind sowie reich dekoriert sind (su strexiu fini). Körbe für den Alltag hatten wenig Dekoration.
Körbe mit schwarzer Dekoration wurden meist zu Trauerzeiten verwendet, zum Beispiel um den Hinterbliebenen Essen zu bringen. Körbe mit roter Dekoration hingegen wurden für freudige Anlässe verwendet, zum Beispiel Hochzeiten. Dieser Korb hat als Dekoration u.a. zwei Kiebitze, da diese Vögel typisch sind für Sardinien und als Fruchtbarkeitssymbol gelten.
Die Flechterin restauriert auch alte Körbe. Laut ihr gibt es nur noch wenig junge Leute, die das Flechten beherrschen. Viele der älteren Generation flechten nicht mehr oder sind bereits verstorben, so dass ihr Spezialwissen nicht mehr weitergegeben wird.

Laut der Flechterin dauerte die Herstellung dieses Korbs einen Monat, die Vorbereitung des Materials eine Woche.