Hirschgeweihmaske
Objektbeschreibung
„Hirschmaske“
Die sogenannte Hirschmaske von Biesdorf gehört zu den ältesten von Menschen gefertigten Fundstücken aus Berlin. Entdeckt wurde sie 1953 bei Bauarbeiten an dem Flüsschen Wuhle. Sie hat sich im kalkhaltigen Schlamm einer ehemaligen Seesenke erhalten und ist fast 11.000 Jahre alt. Der Schädel des Hirsches ist sauber abgeschnitten worden. Beide Geweihstangen wurden der Länge nach halbiert, so dass nur die Hälfte des Gewichts übriggeblieben ist.
Vermutlich wurden solche Objekte als Kopfschmuck getragen. Dafür sprechen das reduzierte Gewicht der Geweihstangen und die Durchbohrungen bei vielen Exemplaren, die zur Befestigung, z. B. mit Lederbändern, dienten. Möglicherweise wurden sie bei Ritualen oder Tänzen getragen; sie könnten aber auch zur Tarnung bei der Jagd verwendet worden sein. Vergleichbare Funde aus England und Deutschland stammen aus der frühen Mittelsteinzeit, rund 9.000 bis 8.000 Jahre v. Chr. „Hirschmasken“ – besonders so gut erhaltene wie das Biesdorfer Exemplar – sind sehr selten und geben uns Einblicke in die Religion und Glaubensvorstellungen steinzeitlicher Menschen.