Gewinnung des Sisal-Hanfs
Objektbeschreibung
Die Vorderseiten des Bildchens zeigt eine Abbildung zum Thema der Serie 704 "Arbeit des Farmers in Afrika", die Rückseiten Erläuterungen zur Abbildung und Werbetext.
Es ist das 4. Bild aus der Serie von 6 Bildern und zeigt die Gewinnung des Sisal-Hanfs.Das 4. Bild "Gewinnung des Sisal-Hanfes" sei hier beispielhaft näher erläutert:
Typisch für die Darstellung ist, dass die beiden weißen Personen im Hintergrund ihre Arme hinter dem Rücken verschrenken. Diese passive Körperhaltung findet sich auch in anderen Sammelbildern mit kolonialen Motiven und unterstreicht die Tatsache, dass auf den Plantagen die einheimischen zum Arbeiten gezwungen wurden während die Kolonialisatoren lediglich die Arbeit überwachen. Ebenso typisch ist die weiße Kleidung mit Tropenhelm. Im Gegenzug werden die Arbeiter*innen immer bei verschiedenene Tätigkeiten gezeigt, häufig mit gebeugtem Rücken.
Der Sisal ist einmal als grüne, bereits geschnitte Pflanze zu sehen sowie als weiße Faser, die in der Sonne trocknet und bleicht.
Während der erläuternde Text auf der Rückseite von "wild wachsende(n) Pflanzen" spricht, war Sisal in der Realität eine in Ostafrika nicht heimische Pflanze. Ursprünglich aus Mexiko durften Pflanzenableger eigentlich nicht von dort ausgeführt werde. Dem deutschen Agrarwissenschaftler Richard Hindorf (1863-1954) gelang es über Umwege dennoch, dieses Verbot zu umgehen und Sisalableger aus Amerika zu besorgen. Sein Ziel, diese in das damalige deutsche Kolonialgebiet im heutigen Tansania zu bringen und dort . Sisal als Plantagenpflanze industriell anzubauen, erreichte er. Sisal war bis zum 1. Weltkrieg ein sehr wichtiger kolonialer Rohstoff für Deutschland.