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Objektbeschreibung

Bügelkorb aus ungeschälter Weide mit drei Füßen zum Abstellen. Ein kräftiger Bogen aus hellerer Weide und ein damit verbundenes Untergestell bilden den Rahmen für das regelmäßige Geflecht der Wandung aus gelben Ruten. An der Bügelseite ist die Wandung flach. Die Staken wurden oben zu einem einfachen Rand verflochten. Durch die Verwendung unterschiedlich dicker Flechtruten gliedert sich die Wandung in mehrere Abschnitte. 
An der flachen Korbseite befindet sich ein kleiner Lederanhänger mit dem Aufdruck "www.serfenta.pl" und einem Logo. 
 
Dieser Kabłącok-Korb wurde von Łukasz Kilijanek in Lucimia geflochten. Er kam 2022 über die Vereinigung Serfenta ins MEK. 

Lucimia ist ein Ort in der Nähe des Flusses Weichsel, südöstlich von Warschau. Der Ort ist bekannt für diese Art von Körben, sie sind eine lokale Besonderheit. Zu seiner Herstellung werden nur heimische, lokal vorhandene Rohstoffe, d.h. frische, ungeschälte Weidenruten verwendet. Die am Weichselufer wachsenden Weiden haben eine besonders schöne goldgelbe Farbe. Solche Körbe werden traditionell zur Ernte bzw. zur Aufbewahrung von Erntegut, insbesondere von Kartoffeln und Äpfeln verwendet. In Lucimia geflochtene Körbe werden auf Märkten der umliegenden Orte verkauft. 

Die Körbe haben einen charakteristischen kräftigen Tragebügel und eine flache Rückseite. Dadurch lässt sich der Korb gut mit einer Hand bzw. auf der Schulter tragen, auch kann er platzsparend an der Wand abgestellt oder gestapelt werden. 

Die polnische Forschungsgruppe Serfenta hat den Ort seit 2009 mehrfach besucht. Nahezu jeder Haushalt hatte dort einen Bezug zum Flechten. Mehr als ein Dutzend aktive Flechterinnen und Flechter trafen sie dort an, das Durchschnittsalter lag allerdings bei 70 Jahren. Neben den interessanten Geschichten vom Flechten dokumentierten sie auch Lieder, die beim Flechten gesungen wurden.  

Der Kabłącok wurde 2017 als erster Korb in die Liste des polnischen immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Gleichzeitig war damit ein erster Schritt zur Aufnahme in die UNESCO-Liste getan. 

Die Herstellung so eines Korbes ist auf einer DVD dokumentiert, die in der Bibliothek des MEK unter 22/0625 vorhanden ist.