Objektbeschreibung
a) Das Adventshaus lässt sich mit wenigen Handgriffen auffalten und hinstellen. Die vier Fassaden imitieren Ziegelsteinmauerwerk und enden in treppenartig gestuften Giebeln. Auf jeder Fassade gibt es zusätzlich eine kreisrunde Öffnung, in der unterschiedliche Farbbilder transparent zu sehen sind. Unter den Rundfenstern steht jeweils ein Spruch: "Friede auf Erden!", "Laßt uns anbeten!", "Fürchtet euch nicht!", "Ehre sei Gott". Die 28 Fenster haben angedeutete Butzenscheiben und tragen keine Nummerierung. Nach dem Öffnen wird jeweils eine (Tages-)Zahl und darunter eine Verheißung (Spruch) samt Bibelquelle sichtbar. Die Fensterchen werden fortlaufend geöffnet, beginnend am schmalen Giebel. Am 24. wird das Spruchfenster rechts neben dem Bild der Geburt im Stall geöffnet, außerdem kann die Eingangstür darunter geöffnet werden, wo das Kind in der Krippe zu sehen ist. Es gibt weitere Fenster für den 25., 26., 27. und 28. Dezember. Auf der Fassade mit Tür ist unten links im Schnee "S. J. D. 7043" aufgedruckt.
b) Die Verpackungstüte besteht aus einer braunen Trägerpappe mit angeklebtem Umschlag aus einem feinen Packpapier. Vorn trägt sie den Aufdruck "Nicht knicken!" und in einem Kästchen eine Abbildung samt Erläuterung zum Kalender:
"Nr. 7043. Adventshäuschen in lithographischem Farbdruck zum Aufstellen, mit 28 Fenstern und einer Tür sowie vier Weihnachtsbildern auf Transparentpapier. Höhe: 24,4 cm. Umfang 73 cm.
Am 1. Advent beginnend, wird täglich eines der nummerierten Fenster der Reihe nach geöffnet. Die alsdann auf Transparentpapier erscheinende Verheißung sollten die Kinder auswendig lernen. Am heiligen Abend wird, nachdem alle Fenster offen sind, die Tür geöffnet, hinter welcher sich die Weihnachtskrippe befindet. Das Häuschen kann durch eine Kerze oder kleine elektrische Birne erleuchtet werden.
Verlag der St.-Johannis-Druckerei, Dinglingen (Baden)."
Der Umschlag ist mit Adresszeilen für den Postversand versehen. Dort ist handschriftlich "Dem Kindergarten, gewidmet von Familie Berlin" eingetragen.
Das Adventshäuschen mit der Nr. 7043 zählt zu den ältesten Adventskalendern. Er war der zweite Kalender dieser Art aus dem Verlag der St.-Johannis-Druckerei in Dinglingen (Baden). 1928 wurde er in einem Werbeblatt als neu angekündigt, er kostete damals Mk 1,50. Die vier runden Transparentbilder gehen auf Entwürfe von Carl Schmauk (1868-1946) aus Untertürkheim zurück.
Das wieder verwendbare Haus wurde ein Klassiker im Verlagsprogramm und erlebte bis in die 1980er mehrere Auflagen. Bei späteren Auflagen wurden die Sterne auf den Giebeln weggelassen. Diese Reprints liefen im Verlagsprogramm der St.-Johannis-Druckerei unter der Nr. sjd 27004.
Das Adventshäuschen kam als Geschenk einer Familie aus Berlin-Mariendorf ins Museum. Herr F. schrieb, wie sie zu dem Kalender kamen: "Wir sind 1989 hier nach Mariendorf gezogen, da wohnte gegenüber bereits eine alleinstehende Frau Berlin. Wir hatten nur losen Kontakt zu der alten Dame, Mitte bis Ende der 90er hat sie uns dann das Häuschen geschenkt, seitdem liegt es in einer Kommode und wir möchten es ungern in die Mülltonne werfen."