Amazonenschlacht
Objektbeschreibung
Mit der „Amazonenschlacht“ nahm Kunz ein Thema aus der antiken Mythologie auf, das in der Kunstgeschichte von der griechischen Antike bis zum Expressionismus vielfach bildlich dargestellt worden ist. Mit Sicherheit hatte er in der Münchner Pinakothek das entsprechende Gemälde von Peter Paul Rubens gesehen und in der Berliner Nationalgalerie sowie im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg die beiden Fassungen von Anselm Feuerbach. Die Menge der dort dargestellten Figuren reduzierte Kunz deutlich und entwickelte eine Fülle flächig abstrahierter Formen, die an Pablo Picassos surrealer Werkphase orientiert erscheinen. Auch inhaltlich nahm Kunz Abwandlungen vor. So ist der vor dem strahlend blauen Himmel von links ins Bild Reitende kein Grieche, sondern ein schnauzbärtiger Ritter im Zeichen des christlichen Kreuzes, während über der Amazone rechts unten eine weiß-grün-rote Fahne weht, die Farben von Kunz’ Heimatstadt Augsburg. Innerbildliche Dynamik entsteht durch die diagonal ausgerichteten Lanzen sowie durch die Kombination zweier unterschiedlicher Darstellungsweisen: Der Kopf des Amazonenpferdes mit seiner feinen Konturierung ist eher zeichnerisch behandelt, der Kopf des Ritterpferdes dagegen flächig ausgemalt. | Dieter Scholz