Hirtenstab (géga)
Objektbeschreibung
Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg den Stab im Mai/Juni 1939 in Ostbulgarien an der Schwarzmeerküste im Örtchen Nessebar. Es handelt sich um einen in ganz Bulgarien anzutreffenden Krummstab ("géga"), bei dem die Krümmung zum Einfangen der Schafe genutzt wird. Laut dem Ethnografen Christo Vakarelski wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr Krümmungen aus Eisen eingesetzt.
Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in rassistischen Periodika, wie "Volk und Rasse".