Logo

Die Braut schaut durch einen Ring nach dem Bräutigam


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Das Foto zeigt eine Frau, die durch einen Ring schaut.

Küppers war insg. drei Mal in Galicnik, wo er die mehrtägigen Hochzeitsbräuche intensiv beobachtete und fotografisch dokumentierte (vgl. u.a. seinen Aufsatz "Die Hochzeiten zu Gallitschnik in Mazedonien" (Zeitschrift für Ethnologie 73,6 [1941]). Hier beschreibt er auch den Kontext zu diesem Bild bzw. der Tradition des Beobachtens des Bräutigams durch den Ring, was während der Begegnung und des Austauschs von Geschenken zwischen Brautvater und Bräutigam stattfand: "Die Mädchen der Braut stehen wiederum singend in der Tür. Die Braut betrachtet während dieser Zeremonien aus einem Versteck hinter den Mädchen den Bräutigam durch einen Ring. Dieser Blick soll den Bräutigam bannen. Die Braut (auch die Mädchen ?) singt dabei: Kros prstn te gladam. U serze ti vlagam  // Durch diesen Ring seh ich dich an. In dein Herz geh ich dir ein." (die Übersetzung aus dem verm. Bulgarischen ist falsch, Anm. Matthias Thaden, MEK). Übersetzer dürfte der Dorflehrer Todor Pawlewitsch gewesen sein (vgl. Foto 3586)

Bis heute wird in Galicnik, im Westen Nordmazedoniens das traditionelle, fünf Tage andauernde Hochzeitsfest gefeiert. Heute nahezu vollständig entvölkert, war die Region schon zu Küppers Zeit stark von Migration geprägt. Zum Teil lebten die Teilnehmenden der Hochzeit im Ausland und kamen nur für die Hochzeitsfeierlichkeit zurück.  

Küppers Tochter Heimtraut beschrieb die Feierlichkeiten in ihrem Tagebuch (Sammlung MEK) im Eintrag vom 12.7.1939, wo u.a. auch deutlich wird, dass es sich schon zu dieser Zeit um eine von vielen Reportern und Journalisten besuchte Veranstaltung handelte. 
Unter anderem beschreibt sie, dass sie für eine von Küppers Fotoserien über die Brautkleider als Fotomodell diente.