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Objektbeschreibung

Die berühmte Folge der Romantik Die Tageszeiten (Runge nannte die Folge Die Zeiten) ist im hier vorliegenden ersten Druckzustand vor aller Schrift äußerst selten. Diese erste Auflage bestand aus nur 25 Exemplaren, bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich um eines dieser 25 Exemplare in hervorragender Druckqualität. Die Stiche wurden von den Dresdener Stechern Johann Adolph Darnstedt, Ephraim Gottlieb Krüger und Johann Gottlieb Seyfert unter der Aufsicht von Runge in den Jahren 1803 bis 1805 hergestellt. Auf vielfachen Wunsch, etwa von Johann Wolfgang von Goethe, der die Blätter in seinem Haus in Weimar aufgehängt hatte, ließ Runge 1807 bei dem Buchhändler Friedrich Christoph Perthes in Hamburg eine zweite, mit Inschriften versehene Auflage mit vermutlich 250 Exemplaren herausgeben. Runge hatte über Jahre mit Zeichnungen den Entwurf für Die Tageszeiten vorbereitet und die ursprüngliche Konzeption einer dekorativen Zimmerverzierung mit Arabesken in ein kombinatorisches, allegorisches Sinnbild der Lebenszeiten des Menschen und seiner zutiefst religiösen Lebensbestimmung verdichtet. In einem Brief  Brief an den Vater vom 13. Januar 1803 spricht er diesen Wandel der Bildidee an: „Der ganze Geschmack und die Liebhaberey heutiges Tages läuft auf Eleganz, Zierrathen, Putz hinaus; wenn ich also in dieses Luftige das Allersolideste einpackte? und das ist mir sehr leicht, wie ich denn schon mit gutem Erfolg schöne Zimmerverzierungen entworfen habe, die doch wieder meine ganze Idee der Kunst ausdrücken, und die allen Leuten über die Maaßen gefallen und sie ansprechen.“ Zwei Wochen später, am 30. Januar 1803, schreibt er bereits skeptischer an den Bruder: „Du siehst wohl, daß, indem ich nur so leichte Decorationen machen wollte, ich wieder Willen grade das größte von Composition hervorgebracht habe, was ich noch gemacht; denn alle vier Bilder gehören genau zusammen und ich habe sie ganz bearbeitet wie eine Symphonie (…) Als Zimmerverzierung wird es eine etwas schwere Kost.“ Heute gilt die Folge als ein Hauptwerk der deutschen Romantik und in seiner ornamentalen und symbolischen Bildstruktur als ein Initial der beginnenden Moderne.