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Objektbeschreibung

Hochformat, Unikat. Gruppenporträt, das 2 Personen zeigt. Die Bosco-Ferrotypie ist in sehr schlechtem Zustand. Links stehend ein junger Mann bzw. ein Junge in dunkler Kleidung mit weißem Hemdkragen und kurzen Haaren, das Gesicht ist kaum zu erkennen. Zu seiner rechten stehend vermutlich eine junge Frau /ein Mädchen in einem hellen Kleid. Auch ihr Gesicht ist kaum mehr zu erkennen. Es könnte sein, dass die beiden dargestellten Personen auch auf der Bosco-Ferrotypie N(74 F) 64/2024 zu sehen sind (dort eindeutig als Kinder zu identifizieren). Vermutlich monochromer Hintergrund. Die Fotografie wird umrahmt von einem in der Höhe abgesetzten, goldenen Rand, auf dem neben schwarzer Ornamentik in den Ecken auch der Text (von oben im Uhrzeigersinn) „Conrad Bernitt – Automatisch hergestellt – Hamburg. – Photographie Automat „Bosco“ zu lesen ist.

Auf der Rückseite aufgedruckt ist eine Darstellung des Bosco-Automaten sowie die Darstellung einer Frau, die gerade vor dem Automaten eine Aufnahme von sich macht. Darüber der Schriftzug „Neueste Erfindung“. Neben der Darstellung die Aufschrift „Dieses mechanische Kunstwerk liefert Jedem nach Einwurf der vorgeschriebenen Münze seine Photographie mit Rahmen nach ca. 3 Minuten“. Auf dem Rand aufgedruckt (im Uhrzeigersinn): „Alleiniger Fabrikant u. Erfinder - D.R. Patent - Conrad Bernitt, Hamburg -. Eilbeckerweg 35.“
Der Voder- und Rückseitige Aufdruck ist identisch mit jenen der unter N (74 F) 64/2024 inventarisierten Bosco-Ferrotypie.

Bosco-Ferrotypien sind eine frühe Form der Automatenfotografie. Dies war möglich, da der Bildträger – das mit Lack beschichtete Eisenblech -  durch die Mulde gleichzeitig als Wanne für die Entwicklungs- und Fixierflüssigkeit diente. Die Bleche befanden sich in einem vom Hamburger Conrad Bernitt erfundenen und 1890 zum Patent angemeldeten Automaten. Durch Zahnräder wurde das Plättchen nach dem Belichten weitertransportiert. Die Entwicklung der Fotografie dauerte circa 3 Minuten, wobei das Plättchen im Anschluss noch trocknen musste. Solche Automaten waren um 1900 auf Jahrmärkten oder anderen Vergnügungsorten wie dem Münchner Löwenbräu-Keller beliebt. Der Erfinder Conrad Bernitt gab dem Automaten den Namen „Bosco“ und spielte damit auf den Zauberkünstler Bartolomeo Bosco an, der aus Italien stammend in ganz Europa (und in seiner Wahlheimat Dresden) bekannt war. Über die dargestellten Personen und die Herkunft der hier vorliegenden Bosco-Ferrotypie ist nichts bekannt. Die Umverpackung aus Pappe, in welcher die Bosco-Ferrotypie geschützt transportiert werden konnte, ist nicht erhalten.