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Objektbeschreibung

Hochformat, Unikat. Gruppenporträt, das 5 Personen einer Familie zeigt. Die Pannotypie ist in sehr schlechtem Zustand.  Mittig sitzend ein Mann in schwarzem Anzug, weißem Hemd und dunkler Halsbinde. Dahinter stehend vermutlich seine Ehefrau in einem dunklen Kleid mit heller Schleife am Kragen. Auf ihrem Arm ein ca. 3 Jahre altes Kind (Geschlecht nicht erkennbar). Zur rechten des Mannes ein ca. 8 Jahre altes Mädchen in kariertem, langärmeligen Kleid mit weißem, gerafften Kragen. Zur linken des Mannes ein Mädchen, ca. 13 Jahre, in identischem kariertem Kleid. Vermutlich monochromer Hintergrund.

Auf der Rückseite in der oberen rechten Ecke Reste einer abgeschnittenen Briefmarke und Poststempel zu sehen sowie auf vorgedruckten Linien handschriftlich Name und Adresse: Herr Kaspar Crola(..?) (ev. auch Crolow?), ????, Horst, Kreis Grimm(a?).

Ob die Rückseitige Aufschrift Rückschlüsse auf die dargestellten Personen zulässt, lässt sich nicht abschließend klären. Es ist eher wahrscheinlich, dass nachträglich (20. Jhd.) eine Postkarte als Verstärkung der Rückseite zurechtgeschnitten wurde und aufgebracht wurde. Die angeschnittene Briefmarke ist eine "Germania", welche zwischen 1900 und 1922 verwendet wurde, d.h. deutlich nach der Aufnahme der Pannoytpie. 

Das fotografische Unikatverfahren der Pannotypie (lat. Pannus= Tuch) ist im Verfahren der fast zeitgleich entwickelten Technik der Ambrotypie verwandt. Während bei Ambrotypien eine brom- oder jodsilberhaltige Kollodiumschicht (Kollodiumwolle, Ether und Alkohol) auf eine Glasplatte aufgebracht wird, die nach Belichtung mit einem dunklen Hintergrund versehen wird, um ein Scheinpositiv zu erzeugen, ist hier die Kollodiumsschicht in einem Säurebad von der Glasplatte gelöst worden und auf ein dunkles Wachstuch oder Leder aufgebracht. Dies hatte einerseits den Vorteil, dass die Fotografien ohne Glas robuster waren. Andererseits wurden Pannotypien oft rissig/brüchig, da das Trägermaterial Leder oder Wachstuch unter klimatischen Veränderungen arbeitet. So haben sich Pannotypien über lange Zeiträume hinweg weniger gut erhalten als Ambrotypien.
Wulff & Company stellte das Verfahren erstmals 1853 in der französischen Akademie der Wissenschaften in Paris vor.