Objektbeschreibung
Hochformat, Unikat, Doppelporträt in Passepartout. Das gelblich-braune Passepartout mit ovaler Aussparung hat am Rand und um das Oval rot aufgedruckte Verzierungen. Am oberen rechten Rand des Passepartouts mit Bleistift vermutlich der Preis "7.50" notiert. In das Passepartout eingelegt eine Ferrotypie, die zwei Männer mittleren Alters sitzend zeigt. Sie sitzen auf zwei Stühlen, wobei der eine Mann seinen rechten Unterarm auf die Armlehne stützt. Dieser sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen da und blickt frontal in die Kamera. Er trägt eine lange, dunkle Hose, deren Hosenbeine unten umgeschlagen sind, einen Mantel aus (vermutlich gechintztem) Stoff, darunter eine zugeknöpfte Strickjacke sowie darunter ein legeres Hemd mit offenem Kragen. Seine Hände liegen in seinem Schoß und sind zum Teil von seinem Knie verdeckt. Am Ringfinger seiner rechten Hand ist vermutlich ein Ring zu erkennen. Er trägt einen dunklen Filzhut und einen gepflegten Vollbart, im Mundwinkel ist eine Tabakpfeife. Vom Passepartout verdeckt ist sein rechter Fuß, an dem ein Wollsocken und Schnürstiefel zu erkennen sind. Zu seiner rechten leicht hinter ihm der zweite Mann. Er hat eine ähnliche Sitzposition inne mit übereinandergeschlagenen Beinen. Er trägt eine dunkle Hose sowie einen Strickpulli mit Rollkragen, auf Brusthöhe eventuell eine Sicherheitsnadel angebracht. Am rechten Fuß sind grobe Stricksocken aus heller Wolle sowie Stiefel zu erkennen. Seine linke Hand ruht auf der rechten Schulter des anderen Mannes, am Ringfinger der rechten Hand ist ein Ring zu sehen. Ein Gegenstand, den er zwischen Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand trägt, ist nicht zu identifizieren. Auch er schaut den Betrachter frontal an, hat volles Haar, das seitlich gescheitelt ist und trägt einen kleinen Schnurrbart. Der Hintergrund ist eine gemalte Studiokulisse, am rechten Bildrand sind gemalte Blumen zu erkennen, am linken Bildrand eine gemalte Säule.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine).
Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Porträt ist typisch für seine Zeit und ist auf Grund der Kleidung eher in den legeren Freizeitbereich zu verorten. Der gemalte Studiohintergrund ist typisch für die Zeit, passt jedoch besser bei repräsentativen Fotografien und steht hier im Kontrast zur Kleidung der Dargestellten.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine).
Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Porträt ist typisch für seine Zeit und ist auf Grund der Kleidung eher in den legeren Freizeitbereich zu verorten. Der gemalte Studiohintergrund ist typisch für die Zeit, passt jedoch besser bei repräsentativen Fotografien und steht hier im Kontrast zur Kleidung der Dargestellten.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.