Plünderung eines Dorfes durch Soldaten
Objektbeschreibung
Vrancx, der als Offizier in der Antwerpener Bürgerwehr diente, gilt als Begründer der flämischen Schlachtenmalerei. Seine Werke zeigen unter anderem die Brutalität des Krieges, der zwischen 1568 und 1648 immer wieder aufflammte und schließlich zur Unabhängigkeit der nördlichen Provinzen von der spanischen Habsburgermonarchie zur Folge hatte.
Das Thema der Plünderung war vor dem Hintergrund der andauernden Kampfhandlungen mit Spanien durchaus marktgängig. Hier wurde eine Menschenmenge auf dem Dorfplatz von Soldaten zusammengetrieben. Häuser werden geplündert, Vieh weggetrieben. Rechts vorn einem Opfer die Kleidung entrissen, links zählt ein sitzender Plünderer sein Geld. Sein Pferd ist mit Beute schwer beladen.
Diese Komposition ist in drei weiteren gezeichneten und zwei gemalten Versionen überliefert (Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam; Eremitage, St. Petersburg, Privatbesitz; Kunsthandel; Privatbesitz), weshalb man wohl von einer Serienproduktion ausgehen kann.