Objektbeschreibung
6 Einmachgläser, davon drei kleine Weckgläser, ein großes Weckglas, ein Inko-Glas und ein Glas mit der Prägung im Deckel: "Rillenglas, Ankerglas", jeweils mit Wasser gefüllt, darin aus recycelten Fischernetzen geflochtene Quallen: In allen Gläsern eine Qualle, bis auf das Inko-Glas, dort 6 Quallen. Die Einmachgläser sind mit Deckeln verschlossen.
Aly De Groot stellte dieses Flechtwerkt während ihrer Zeit als Artisan in Residence am MEK her, die im Zusammenhang mit der Ausstellung „ALL HANDS ON: Flechten“ (2022-2026) fünf Flechtwerkgestalter*innen die Chance bot, zwei Wochen lang vor Ort an einem Werk ihrer Wahl zu arbeiten.
Die geflochtenen Quallen bestehen aus Resten von Fischernetzen, die Aly de Groot in ihrer Heimat in Nordaustralien und in Schottland an Stränden als Müll aufgefunden hat. Oft arbeitet sie mit diesem Material und recycelt es. Plastiknetze wie diese finden sich in großer Zahl in den Meeren, sie zersetzen sich langsam und werden so zu Mikroplastik, das von Tieren wie Quallen aufgenommen wird. Die verwendete Flechttechnik nennt sich „twining“, mit ihr werden in Australien traditionell Matten und Körbe aus Pandanus geflochten und auch in Schottland, dem Land aus dem Aly de Groots Vorfahren kommen, wird sie verwendet. Für jede Qualle brauchte Aly de Groot circa fünf Stunden Flechtarbeit, was dem Material und der gesamten Thematik eine Aufwertung beschert.Für Aly de Groot stehen Quallen symbolisch für die Erwärmung der Meere und das Überfischen ihrer natürlichen Feinde. So sind sie eine der wenigen Spezies, die von diesen Mensch-gemachten Problemen profitieren. Würde der Mensch Quallen nun wiederum konsumieren, würde der Mensch den Plastikmüll, den er im Meer hinterlässt, als Mikroplastik mitkonsumieren. In vielen Sprachen heißen Quallen „Medusa“ und erinnern so an den mythologischen Gorgon.