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"Kako sam pobedio obojenu revoluciju"


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Objektbeschreibung

Rechteckiges Blatt karierten Papiers mit handschriftlichem Text in schwarzer und roter Farbe. Oben befindet sich eine eingerahmte Überschrift: „KAKO SAM POBEDIO OBOJENU REVOLUCIJU“ („Wie ich die farbige Revolution besiegt habe“)

Darunter folgt eine nummerierte Liste mit vier Punkten:

  1. „Pikavce u pikslu bacati, ne na pod!“
  2. „Nakon obroka skloniti tanjire. Po mogućstvu, pojesti sve iz tanjira!“
  3. „Ne zadržavati se u paviljonu bez potrebe“
  4. „Budi uvek od koristi! Svaki doprinos znači!“

(Hinweise zu Ordnung, Verhalten und Nützlichkeit). Das Papier ist leicht geknickt, die Ränder zum Teil geklebt.)


Handschriftlich verfasstes Informationsblatt mit Verhaltensanweisungen für den Aufenthalt in und vor einem Zelt, das im Rahmen einer Protestaktion vor dem serbischen Parlament aufgestellt wurde. Das Zelt diente als Ort eines Hungerstreiks von Dijana Hrka, der Mutter eines jungen Mannes, der nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024 ums Leben kam. Mit dem Hungerstreik forderte sie die Aufklärung des Einsturzes und Konsequenzen für die Verantwortlichen.


Das Blatt ist dem Kontext politischer Proteste in Serbien ab 2024 zuzuordnen und dokumentiert Formen des zivilgesellschaftlichen Protests sowie Trauerarbeit im öffentlichen Raum. Der Titel des Blattes lautet „Kako sam pobedio obijenu revoluciju“ („Wie ich die Farbenrevolution besiegt habe“). Diese bewusst ironische Formulierung spielt auf die politische Rhetorik in Serbien an, in der der amtierende Präsident Aleksandar Vučić wiederholt von einer angeblichen „Farbenrevolution“ sprach - ein polemischer Begriff, mit dem er die Proteste gegen seine Regierung diskreditiert und als vermeintlich von außen gesteuerte Umsturzversuche darstellte. In öffentlichen Auftritten hat Vučić angekündigt, unter demselben Titel eine Art „Buch“ bzw. politischen Leitfaden darüber zu verfassen, wie er diese „Revolution“ angeblich überwunden habe. In der politischen Debatte wurde dies als propagandistisches Narrativ kritisiert. 

Das Objekt ist damit nicht nur Zeugnis eines konkreten Protestaktes, sondern auch ironische Aneignung von Äußerungen und Sprachgebrauch der Regierung.