Objektbeschreibung
Fünf verschiedene, spitzenartige Flechtbänder aus Stroh auf dünnem, hochrechteckigem Karton als Muster aufgeklebt. Mit Bleistift handschriftlich als „Brochierte Rädigegeflechte" bezeichnet. Rückseite bedruckt mit: "GEORGES MEYER & Co. A.-G./ WOHLEN (Schweiz)".
Strohborten dieser Art wurden in Wohlen im Kanton Aargau in Heimarbeit sowie in Fabriken angefertigt. Die hier montierten Stücke sind nur kurze Abschnitte, tatsächlich wurde Stroh zu meterlangen Borten verflochten. Das Flechten war meist die Aufgabe von Frauen und Kindern, die fertigen Strohborten wurden anschließend weiterverarbeitet und zum Beispiel Als Dekoration für Strohhüte verwendet. In Europa gab es verschiedene Zentren für das Flechten solcher Strohborten. Neben Wohlen im Kanton Aargau wurde dies u.a. auch in Schonau im Schwarzwald, in Lindenberg im Allgäu, in Luton England, sowie seit dem 16. Jahrhundert auch in der Toskana praktiziert. In den meisten Fällen waren es der Handel mit anderen Waren, der als Beiprodukt das Strohbortentechniken in die jeweiligen Regionen brachte, im Fall Wohlen wohl aus der Toskana. Erstmals erwähnt wurde das Strohbortenflechten („Schienhüetlers“) im 17. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert verdrängte es im Aargau andere Handwerkszweige wie die Baumwollzwirnerei. Das Strohbortenflechten hatte in Wohlen vor allem am Anfang des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit, als das Tragen von Strohhüten, die modischen Strömungen unterlagen, in ganz Europa populär wurde. Wohlen war eines der bekanntesten Zentren dieser Industrie, die Borten und Hüte aus Wohlen wurden von den neuesten Moden u.a. in Paris beeinflusst und dort wie auch in anderen europäischen Städten getragen. Wohlen wurde in Anlehnung an die Hutmode auch „Klein Paris“ genannt.
1857 gingen 24.000 Personen im Aargau dem Strohflechten in Heimarbeit nach. 1850 waren dabei etwas mehr als 80 % Frauen, zudem viele Kinder. Der Tagesverdienst einer Flechterin umfasste dabei 22-35 Rappen, was 1 Kilo Brot oder 2 Liter Milch entsprach. Der Lohn war gering, aber dennoch willkommen, da die Bevölkerung in großer Armut lebte.
Die Musterstücke hier stammen aus der Fabrik Georges Meyer & Co AG, eine der größten und bekanntesten Strohhutfabriken in Wohlen. Die Musterstücke zeigen Strohborten der aufwändigen Art mit ausgearbeiteter Ornamentik. Das Stroh wurde hierfür zu feinen Schnüren verzwirnt, anschließend wurden diese zu Borten verflochten (oft mit Hilfe von Apparaten) und dann zusätzlich mit Elementen, die „Spreuer“ genannt wurden, verziert. Ihre Herstellung war komplexer als die der einfachen, geflochtenen Strohborten.
Strohborten dieser Art wurden in Wohlen im Kanton Aargau in Heimarbeit sowie in Fabriken angefertigt. Die hier montierten Stücke sind nur kurze Abschnitte, tatsächlich wurde Stroh zu meterlangen Borten verflochten. Das Flechten war meist die Aufgabe von Frauen und Kindern, die fertigen Strohborten wurden anschließend weiterverarbeitet und zum Beispiel Als Dekoration für Strohhüte verwendet. In Europa gab es verschiedene Zentren für das Flechten solcher Strohborten. Neben Wohlen im Kanton Aargau wurde dies u.a. auch in Schonau im Schwarzwald, in Lindenberg im Allgäu, in Luton England, sowie seit dem 16. Jahrhundert auch in der Toskana praktiziert. In den meisten Fällen waren es der Handel mit anderen Waren, der als Beiprodukt das Strohbortentechniken in die jeweiligen Regionen brachte, im Fall Wohlen wohl aus der Toskana. Erstmals erwähnt wurde das Strohbortenflechten („Schienhüetlers“) im 17. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert verdrängte es im Aargau andere Handwerkszweige wie die Baumwollzwirnerei. Das Strohbortenflechten hatte in Wohlen vor allem am Anfang des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit, als das Tragen von Strohhüten, die modischen Strömungen unterlagen, in ganz Europa populär wurde. Wohlen war eines der bekanntesten Zentren dieser Industrie, die Borten und Hüte aus Wohlen wurden von den neuesten Moden u.a. in Paris beeinflusst und dort wie auch in anderen europäischen Städten getragen. Wohlen wurde in Anlehnung an die Hutmode auch „Klein Paris“ genannt.
1857 gingen 24.000 Personen im Aargau dem Strohflechten in Heimarbeit nach. 1850 waren dabei etwas mehr als 80 % Frauen, zudem viele Kinder. Der Tagesverdienst einer Flechterin umfasste dabei 22-35 Rappen, was 1 Kilo Brot oder 2 Liter Milch entsprach. Der Lohn war gering, aber dennoch willkommen, da die Bevölkerung in großer Armut lebte.
Die Musterstücke hier stammen aus der Fabrik Georges Meyer & Co AG, eine der größten und bekanntesten Strohhutfabriken in Wohlen. Die Musterstücke zeigen Strohborten der aufwändigen Art mit ausgearbeiteter Ornamentik. Das Stroh wurde hierfür zu feinen Schnüren verzwirnt, anschließend wurden diese zu Borten verflochten (oft mit Hilfe von Apparaten) und dann zusätzlich mit Elementen, die „Spreuer“ genannt wurden, verziert. Ihre Herstellung war komplexer als die der einfachen, geflochtenen Strohborten.