Objektbeschreibung
Das Zylindersiegel wurde von der deutschen Grabungsmannschaft um L. Borchardt im Sonnentempel des Königs Niuserra entdeckt. Interessant ist an dem Berliner Stück, dass es zwar angebohrt, jedoch nicht durchbohrt worden ist, was für ein Amtssiegel eher ungewöhnlich anmutet. Als solches verweist jedoch die nur noch fragmentarisch lesbare Inschrift, die einen wab-Priester und overseer of commissions at the pyramid and sun temple of king Niuserra nennt. Die Kartusche des Königs ist nur noch in Ansetzen zu erahnen, ist jedoch anhand der noch sicher auszumachenden Zeichen abgesichert. Sehr viel besser ist hingegen der Horusname eines weiteren Königs zu lesen, der des Shepseskare. M. Verner hat daher vorgeschlagen, Niuserre als Nachfolger des bislang unsicher in die Königsfolge der 5. Dynastie eingebundenen Königs Shepseskare zu datieren. Dem Berliner Siegel kommt daher vor allem auch historische Bedeutung bei der Rekonstruktion der Chronologie der 5. Dynastie zu.
(Robert Kuhn)