Korb-Gefäß mit zwei Ösen aus dem Grab der Tadja
Objektbeschreibung
Der aus Fayence gefertigte Behälter imitiert einen geflochtenen Korb und ist außen und innen mit einer glänzenden dunkelblauen Glasur überzogen. Es hat eine beutelartige Form und ist leicht flachgedrückt, sodass die Öffnung ein Oval bildet. Am Öffnungsrand, entlang der Längsseiten des Ovals, befinden sich zwei gegenüberliegende Fortsätze mit einem Loch, an dem vermutlich ein beweglicher Griff oder heute nicht mehr vorhandene Trageschnüre aus organischem Material angebracht worden sein könnten. Die Dekoration des Gefäßkörpers besteht aus waagerechten Linien, deren Zwischenräume mit kurzen diagonalen Linien gefüllt sind. Von den Laschen ausgehend verlaufen über den Gefäßboden sich kreuzende Linien, die möglicherweise einen Henkel imitieren sollen. Diese Dekoration wurde vermutlich in dunkler Farbe oder durch Ritzungen aufgetragen, die später mit Glasur gefüllt wurden. Die Innenseite des Gefäßes weist am Boden unregelmäßige Absätze auf. Es ist zu vermuten, dass der Gefäßboden separat angesetzt wurde; an der Außenfläche ist dieser Vorgang nicht erkennbar. Das Gefäßmuster ahmt ein Flechtwerk aus Palmblattstreifen nach, ein Material, das für die Herstellung von Matten, Netzen und Körben gebräuchlich war.
Das Fayence-Gefäß ist Teil der Grabausstattung des Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).
S. Steines / redak. I. Regulski