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Orakelstatue der Aphrodite Arsinoe II. Philadelphos in griechisch-ägyptischem Stil


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Objektbeschreibung

Die Statue aus der Villa Hadriana vereint charakteristische Merkmale sowohl der ägyptischen als auch der griechischen Kunst. Der lokale dunkle Stein und die schreitende Haltung der Königin spiegeln den ägyptischen Stil wider, während das dünne, faltenreiche Gewand, das sich hinter den Beinen faltenreich staut, und die symmetrisch angeordnete Lockenfrisur an griechische Meisterwerke erinnern. Das Gesicht mit flachen Wangen, weit geöffneten Augen und markanten Ohren ist typisch für die Bildnisse ptolemäischer Herrscherinnen. Auch die als Diadem getragene Stirnbinde gilt als Symbol für Herrscherkult und Deifizierung (Vergöttlichung).
Die Statue trägt einerseits die Porträtzüge der um 270 v. Chr. vergöttlichten Arsinoe II. Philadelphos, die in einem Kult verehrt wurde. Sie war die älteste Tochter von Ptolemaios I. und heiratete ihren Bruder Ptolemaios II., was den Beginn einer Reihe ähnlicher Verbindungen in der ptolemäischen Dynastie markierte. Die Verbindung der vergöttlichten Arsinoe mit Aphrodite ist durch zeitgenössische Quellen belegt. Andererseits ist sie als Nischenstatue konzipiert, mit einer roh belassenen Rückseite. Unterhalb des Halses befindet sich eine Bohrung, die durch den Körper verläuft und am Rücken austritt. Beide Merkmale deuten darauf hin, dass die Statue als Orakelstatue diente, an die Menschen mit praktischen Fragen herantraten. Mit Hilfe eines aus der Bohrung in den Nebenraum geleiteten Rohres konnte orakelt werden. Arsinoe II. Philadelphos war also auch als kultische Ratgeberin gefragt. 
Von der Statue sind der Körper, die Oberschenkel und der linke Arm original antik; die übrigen Teile wurden später ergänzt. Das linke Bein und der Fuß passen zueinander, während das rechte Bein und der Fuß nicht genau zusammenpassen. Diese Ungenauigkeiten wurden geschickt durch die Gewandfalten kaschiert. Die stilistischen Besonderheiten der Skulptur deuten darauf hin, dass sie möglicherweise ein Werk des römischen Eklektizismus ist, bei dem Elemente verschiedener vergangener Stile kombiniert wurden. Einige der Ergänzungen könnten auch im 18. Jahrhundert entstanden sein.
I. Regulski