Objektbeschreibung
Diese Messerscheide gehört zu einem makiri, einem Messer der Ainu.
Es handelt sich meist um kleine zweischneidige Messer mit einem Holzgriff und einer Scheide, in die komplizierte Muster eingraviert sind.
Sie haben typischerweise gebogene, einschneidige Klingen mit einer scharfen Spitze. Die Schneide hat nur eine einzige Fase, und zwar auf der rechten Seite. Das Griffstück folgt der gleichen Kurve wie die Klinge.Der Griff und die Scheide sind aus Holz, das in der Regel mit dekorativen Motiven beschnitzt ist. Die Scheiden können aus einem Stück oder aus zwei Teilen bestehen und mit Streifen aus Kirschbaumrinde verstärkt sein.
Makiri wurden stets an der Taille getragen und waren ein wichtiges praktisches Werkzeug, das für alle möglichen Dinge wie Bergarbeit, Reinigung und Zubereitung von Wild und Selbstverteidigung verwendet wurde. Die Ainu-Männer benutzten ihr Makiri überwiegend zum Holzschnitzen und zur Zubereitung von Speisen. Die Frauen trugen eine etwas kleinere Version, das Menoko-Makiri, das sie zum Essen und zum Sammeln von Früchten und Rinde verwendeten.
Die Herstellung eines Makiri galt als Männerarbeit, und die Männer entwarfen und schnitzten oft ihr eigenes Muster.
Das Wort Makiri taucht zum ersten Mal in einem handgeschriebenen niederländischen Tagebuch des Obersteuermanns Cornelis Janszoon Coen auf, der auf dem Schiff Castricum segelte. Der Begriff taucht in Wörterbüchern und Berichten von Ethnographen aus dem 19. Jahrhundert wieder auf, was darauf hindeutet, dass er weiterhin unverändert verwendet wird.