Vier Regenten der Groot Kamergilde
Objektbeschreibung
Bei dem Berliner Werk handelt sich um das früheste datierte Gruppenbildnis von dem holländischen Maler Werner van den Valckert und um eines der frühesten Regentenbilder dieser Art in der holländischen Malerei. Dargestellt sind vier Regenten sowie ein Gildediener der Amsterdams Groot Kamergilde, rechts stehend zu erkennen. Bislang war es nicht möglich, die einzelnen Dargestellten zu identifizieren.
Im Gegensatz zum restlichen Europa waren in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts nicht Adelige, sondern Mitglieder des vermögenden Stadtbürgertums die wichtigsten Auftraggeber für Porträts. Zur Illustration ihres gesellschaftlichen Status ließen sich insbesondere Vertreter städtischer Vereinigungen, etwa die Regenten (Vorsteher) karitativer und sozialer Einrichtungen, in lebensgroßen Gruppenbildnissen darstellen. Diese sogenannten Regentenstücke stellen eine Besonderheit der niederländischen Porträtmalerei dar. Keine andere Bildform spiegelt die sozialen Verhältnisse der holländischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts so anschaulich wieder, wie diese Bildgattung. Derartige Gruppenbilder verblieben in der Regel im städtischen Besitz und gelangten nicht auf den Kunstmarkt, was zur Folge hatte, dass dieser spezifische Porträttypus heute in kaum einer Kunstsammlung außerhalb der Niederlande zu finden ist. Das Gruppenporträt der fünf Regenten von van Valckert stellt daher eine Besonderheit in den Beständen der Gemäldegalerie dar.
SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links auf dem Zettel am Stuhl: 1622 / Werner V valckert / Fe