Leda mit dem Schwan
Objektbeschreibung
Auf einer kegelförmigen Felsformation lagert in eleganter Torsion eine weibliche Aktfigur, die mit ihrer Rechten einen schmiegenden Schwan umfängt, während sie mit der Linken das über ihrem Schoß ruhende Tuch wegzieht. Diese erotische Szene schildert die in Ovids Metamorphosen (Buch VI. Vers 109) erzählte Geschichte von Zeus, der sich in Gestalt eines Schwans der ätolischen Königstochter Leda nähert. Sie gebar daraufhin zwei Eier, aus denen die Dioskuren Kastor und Pollux hervorgingen.
Das Werk gilt als Gegenstück zu „Venus uns Amor“ (siehe Inv.-Nr, 7/65).
Die Figurengruppe ist ein Werk des in Wien geborenen und dort überwiegend tätigen Bildhauers Jakob Gabriel Müller, der sich, dem Zeitgeschmack entsprechend, den italianisierenden Namen Mollinarolo gab. Wie sein Lehrer Matthäus Donner arbeitete er überwiegend in Blei, das zu jener Zeit in Österreich sich großer Beliebtheit erfreute – zum einen ist es wegen seines vergleichsweise niedrigen Schmelzpunktes leicht zu bearbeiten, zum anderen besitzt es unter allen Metallen das geringste Schwundmaß, das bei der Abkühlung und beim Trocknen des Metalls eintritt.