Tobias mit dem Engel
Objektbeschreibung
Das Gemälde wurde 1910 als ein Geschenk Wilhelm von Bodes vom damaligen Kaiser-Friedrich-Museum erworben. Bode schrieb das Gemälde wegen seiner dekorativen Farbigkeit und weichen Malweise Rembrandt zu. Seit 1969 gilt als gesichert, dass nur ein Schüler Rembrandts Urheber ist. In Gegenstand und Komposition knüpft der Künstler an der auf 1652 datierten Federskizze Rembrandts an, die sich als Teil der Sammlung Bonnat im Louvre befindet. Von dieser Vorlage weicht das Gemälde nur in der vereinfachten Ausführung von Figuren und Landschaftsschauplatz ab. Seit 1975 ist das Bild Abraham van Dijck zugeschrieben. Zu van Dijcks Oeuvre gehören Historienbilder, allegorische Genrebilder und Bildnisse.
Die Szene entstammt dem Buch Tobit VI, 1 des Alten Testaments. In der dargestellten Landschaft rüstet sich Tobias, fortwährend in Begleitung seines Hundes und des Engels Raphael, zur Weiterreise nach einer Pause. Er steht vor einem hellen Abendhimmel, der neben einem Baum und einem Felsen links im Bild sichtbar wird. Raphael sitzt neben Tobias am Rande des Wassers und weist auf das folgende Geschehen hin: Tobias wird für seinen erblindeten Vater einen Fisch im Fluss Tigris fangen, um dessen Auge mit der so gewonnenen Galle zu heilen. Der abendliche Horizont ist von einem mattgelben Licht, das die Landschaft in einem goldbräunlichem Ton erfüllt und stellenweise mit dem kalten luftigen Blaugrün des Himmels kontrastiert. Die blonden Locken des Engels stechen farblich aus der abgestuften Umgebung heraus. Beide Figuren wirken gedrungen, ihre drapierten Kleider fallen schwer herab, die Augenlieder der Gesichter sind gesenkt. Betont wird die umgebende, römisch, arkadisch anmutende Landschaft, deren Nostalgie hier in holländischer Manier umgesetzt wird.
SIGNATUR / INSCHRIFT: links unten: R (später hinzugefügt)