Die Taufe Christi
Objektbeschreibung
Inmitten einer Menschenmenge empfängt Christus am Fluss Jordan die Taufe. Annähernd fünfzig Frauen, Männer und Kinder sind auf dem schmalen Streifen vor dem mächtigen Felsmassiv verteilt. An den Seiten öffnet sich der Blick in eine weitläufige Landschaft. Zwei hinter Christus kniende Engel betonen durch ihre Anwesenheit die Bedeutsamkeit des Moments. Auftraggeber des Werks war der Florentiner Bankier Giovan Maria Benintendi, dessen Namenspatron Johannes der Täufer war. Im Jahr 1517 hatte er Bartolomea di Bivigliano di Alamanno de’ Medici geheiratet. Der Auftrag für dieses Werk steht im Zusammenhang mit seiner Nähe zur einflussreichen Familie Medici, unter deren Herrschaft er in Florenz zahlreiche öffentliche Ämter bkleidete. Die bemalte spalliera-Tafel war, wie Giorgio Vasari berichtet, ursprünglich Teil der Ausstattung eines Raumes (antecamera), der den Übergang vom öffentlichen in den privaten Bereich seines Palastes markierte. Neben Bachiacca waren auch die Maler Andrea del Sarto, Franciabigio und Pontormo an der Ausführung des Bilderzyklus beteiligt. Die querrechteckigen Tafeln, die heute in Berlin, Dresden und Florenz erhalten sind, waren vermutlich in die Wandvertäfelung des Raumes eingelassen. Die Datierung „A.S. MDXXIII“ auf der Dresdner Tafel bezieht sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Fertigstellung des gesamten Ausstattungsprogramms. | Sven Jakstat