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Objektbeschreibung

Auf einem begrünten Felsstück mit einem seitlich leicht emporragenden Baumstumpf sitzt in eleganter Torsion die unbekleidete Liebesgöttin Venus. Sie blickt über ihre linke Schulter auf ihren von hinten rechts herannahenden Sohn herab – den beflügelten, ebenfalls nackten Amorknaben, der auf seinem Rücken einen mit Pfeilen bestückten Köcher trägt. Zugleich wendet sie sich jedoch im dynamischen Schwung von ihm ab, um mit ihrer weit nach hinten ausgestreckten Rechten, den inzwischen verschollenen Bogen zu verbergen. Der kleine Knabe bedrängt jedoch seine Mutter, indem er in Mimik und quirliger Gestik die Herausgabe seines Bogens fordert.

Die harmonisch und allansichtig komponierte Gruppe geht aus der Episode hervor, in der Venus Amor dafür bestrafte, dass er sie und Mars durch seine Pfeile in Liebe entbrennen ließ und dadurch ihren Gatten Vulkan – den Gott des Feuers und der Schmiede – der Lächerlichkeit preisgab. Mit der Entwendung des Bogens beraubt Venus ihren Sohn seiner Waffen, womit hier das erzieherische Verhalten der Göttin ihrem Knaben gegenüber dargestellt wird. Eine drastischere und häufiger anzutreffende Variante des Themas zeigt die körperliche Züchtigung des Amorknaben durch Venus. Beide Darstellungen erfreuten sich seit der Renaissance größter Beliebtheit.

Die Gruppe wird zu Recht dem österreichischen Bildhauer Jakob Gabriel Müller zugeschschrien, der sich, der damaligen Mode folgend, den italienischen Namen Mollinarolo gab. Die Skulptur gilt als Gegenstück der „Leda mit dem Schwan“ (siehe Inv.-Nr. 6/65).