Innenansicht einer Kirche
Objektbeschreibung
Detailreich und mit feinem Pinselduktus ist ein Kircheninnenraum abgebildet. Das Gemälde zeichnet sich durch eine erstaunliche Präzession in der Darstellung von Perspektive aus. Aus zentralperspektivischer Sicht führt es weit in den Kirchenraum hinein. Der Blick wird von einem steinernen Lettner unterbrochen, der das Chorgestühl von dem restlichen, für Laien zugänglichen Kirchenraum trennt. Im Fluchtpunkt befindet sich der Hauptaltar der Kirche. Eine Vielzahl von Personen hat sich auf dem Bild versammelt. Ein Prozessionszug unter einem Baldachin bewegt sich im Mittelschiff aus dem Chorbereich Richtung Kirchenausgang. Ein Geistlicher trägt eine Monstranz voraus. Ein Hinweis auf die Besonderheit des Berliner Gemäldes befindet sich auf dem Sockel des ersten Pfeilers links. Zwei Signaturen sind dort platziert. Unten steht in großen Lettern „B. van Bassen“ und die Jahreszahl 1624, darüber in etwas kleineren Buchstaben „ ffranck / figuravit / invenit “ (1581-1642). Eine derartige Kooperation zwischen Künstlern war durchaus üblich. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass beide Maler das Gemälde signierten. Dies weist darauf hin, dass beide Maler als gleichwertige Akteure in dem Entstehungsprozess des Gemäldes betrachtet wurden. Tatsächlich dienen die Figuren nicht als reine Staffage, wie es sonst in Architekturdarstellungen meist üblich war.
SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links am Sockel des Pfeilers: ffranck / figuravit •
darunter: B, van, Bassen / 1624 •