Allegorie auf Friedrich den Großen als Perseus
Objektbeschreibung
Das Gemälde basiert thematisch auf einer „Anleitung zum Gebrauch allegorischer Personen für bildende Künstler“ des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler: „Die Göttin der Weisheit zeigt dem gewaffneten Helden in ihrem spiegelhellem Schilde was hinter seinem Rücken vorgeht: er sieht darin eine schlangenhaarige Göttin schlafen. Sogleich zieht er seinen Degen, noch ehe sie wach wird“.
Die Dynamik des Vorgangs wird am rechten Bildrand durch den rücklings ausweichenden geflügelten Genius mit dargebotener Rüstung, Waffe und Lorbeerkranz hervorgehoben. Dazu bietet die dramatische Wolkenlandschaft des Hintergrundes den geeigneten bildkünstlerischen Resonanzraum für die sinnbildliche Darstellung der bedeutenden historischen Entscheidung Friedrichs des Großen, unangekündigt in Sachsen einzumarschieren und damit den später so bezeichneten Siebenjährigen Krieg (1756–1763) zu beginnen.
Das Gemälde gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von
nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und
1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs
des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der
Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von
Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der
brandenburgisch-preußischen Geschichte.
SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Schwertscheide: B. Rode 1789