Die Anbetung der Hirten
Objektbeschreibung
Um das auf einem mit Tüchern bedeckten Strohlager zur Schau gestellte Christuskind knien drei Hirten zu seinen Füßen, Maria und Joseph zu den Seiten, ein Engel neigt sich zu seinem Haupt und schließt den Kreis nach oben hin ab. Von rechts treten eine Frau mit Kind und ein junger Hirte hinzu. Architektonische Motive, antikische Versatzstücke wie der ruinöse Bogenansatz rechts, die Mauersäule links, Treppe und Fachwerkstall gruppieren sich um die Figurenszene und bilden ihr formales Gerüst. Die "Anbetung der Hirten" war ursprünglich als eine "Heilige Familie mit anbetenden Stiftern" angelegt. Röntgenaufnahmen zeigen, dass rechts im Vordergrund zwei kniend betende Stifterfiguren begonnen waren, die nach dem Wechsel der Bildkonzeption mit den beiden im Profil gegebenen Hirten übermalt wurden. Um eine von rückwärts herantretende Figurengruppe zuordnen zu können, wurde Josephs Gestalt mehr der Bildmitte genähert. Wohl anstelle eines glatten Mauerpodestes wurden die Treppenstufen eingefügt, um eine Verbindung zwischen den groß proportionierten Vordergrundfiguren und der deutlich dagegen abgesetzten heiligen Familie im Mittelgrund zu schaffen, eine Tendenz, der auch die diagonale Stellung der einführenden Rückenfigur folgt. Einige Motive der Figurenkomposition deuten darauf, dass bei der Veränderung des Bildes ein 1633 datierter Stich von F. Perrier nach einer „Anbetung der Hirten" von S. Vouet als Vorlage benutzt wurde. │ Katalog der ausgestellten Gemälde des 13.-18. Jahrhunderts, Berlin 1975, S. 225.
Die Zuschreibung an den "Meister der Umzüge" (Maître des Cortèges) erfolgte durch Pierre Rosenberg (Tout l'oeuvre peint des Le Nain, Paris 1993, Nr. C 14, S. 103)