Das Konzert
Objektbeschreibung
Ein junger Mann in kostbarer Kleidung mit Federbarett spielt eine Laute, rechts neben ihm sitzt ein singendes Mädchen, das ein Notenblatt in der rechten Hand hält. Die intime Szene des gemeinsamen Musizierens richtet sich durch die direkten Blicke der Figuren unmittelbar an die Betrachtenden. Das Gemälde steht beispielhaft für eine Entwicklung der Renaissancekunst, in der die autonome, genrehafte Darstellung von Musik zunehmend als bildwürdig erachtet wurde, ohne in einen religiösen oder mythologischen Kontext eingebunden zu sein. Pietro della Vecchia, der aufgrund eines Missverständnisses lange Zeit nach der Sammlung Muttoni als „Pietro Muttoni“ bezeichnet wurde, ist bekannt für seine Neudeutungen von Bildmotiven des 16. Jahrhunderts in der Nachfolge Giorgiones und anderer venezianischer Maler. Er wurde vermutlich um 1602/03 in Vicenza oder Venedig geboren und entstammte einer alteingesessenen venezianischen Familie. Seine künstlerische Tätigkeit ist ab 1626 dokumentiert. Zwischen 1622 und 1626 hielt er sich in Rom auf, wo er die Malerin Clorinda Régnier, Tochter des Malers Nicolas Régnier, heiratete. Pietro della Vecchia starb 1678 in Venedig, wo er den größten Teil seines Lebens tätig war. | Sven Jakstat