Maria mit dem Kind und den Heiligen Joseph und Lucia
Objektbeschreibung
Das Andachtsbild ist streng symmetrisch aufgebaut, mit Maria an der Spitze einer pyramidalen Komposition. Hinter dem Ehrentuch öffnet sich eine weite, hügelige Landschaft, die die Nähe der im Vordergrund platzierten Figuren zu den Betrachtenden noch verstärkt. Subtil umrahmen Marias Hände – wie ein Heiligenschein – den Kopf des Jesuskindes, das von Josef andächtig betrachtet wird. Die Figuren sind so dicht beieinander dargestellt, dass Josefs gefaltete Hände beinahe den Arm des Kindes zu berühren scheinen. Der Knabe wiederum umfasst den Zeigefinger der heiligen Lucia und verweist so auf die Nadel, mit der sie sich der Legende nach die Augen ausstach, um sie ihrem Verlobten zu schicken und ihr Keuschheitsgelübde einzulösen. Der Überlieferung zufolge erhielt sie daraufhin von Maria noch schönere Augen. Lucia ist zugleich die einzige Figur im Bild, die den Blick nach vorn, in Richtung der Betrachtenden, richtet.
Das Profil der Künstlerpersönlichkeit Giovanni da Lodi gewann erst im Laufe des 20. Jahrhunderts an Kontur. In schriftlichen Quellen ist er zwischen 1492 und 1511 nachweisbar. Bis etwa 1520 war er zwischen Mailand und Venedig tätig, wo er eine wichtige Vermittlerrolle für die malerischen Innovationen Leonardos übernahm.