WTKECE - 712
Objektbeschreibung
Das großformatige Bild gehört zu der Werkgruppe „Je dis rouge“ (Ich sage rot), die in den Jahren 1966–1967 entstand. Serpan begann das Gemälde schon 1957, 1966 übermalte er es und stellte es dann 1967 fertig. Vor dem monochrom roten Hintergrund hat er eine reliefartige, weiße Struktur aufgetragen, die durch pastose Farbschichten geformt wird. Zu dieser Zeit schrieb Serpan poetische Texte, die die Kraft der Farbe Rot als absolute Farbe verherrlichen. Der Titel „WTKECE – 712“ ist typisch für die Titelstrategie, die Serpan für seine einzelnen Gemälde entwickelte: Er besteht aus Großbuchstaben und Zahlen, deren Zusammenstellung einen geheimnisvollen Eindruck vermittelt. Die Titel seiner Zyklen – wie in diesem Fall „Je dis rouge“ – gestaltete er dagegen eher literarisch und metaphorisch, um auf seine poetischen Interessen hinzuweisen. Der Künstler war von den Begriffen der „chaotischen Ordnung“ und „mobilen Permanenz“ fasziniert und versuchte, diese Phänomene in seinen Gemälden darzustellen. Das von den Surrealisten inspirierte Konzept des automatischen Schreibens blieb für Serpan auch in seinen späteren Schaffensperioden wichtig. Zudem wollte er den Raum des Menschen veranschaulichen, der für ihn nur ein Raum des potenziellen Todes in jedem Moment war. Das Bild „WTKECE – 712“ zeigt einen dynamischen Kontrast zwischen dem roten Hintergrund und der hellen Figur im Vordergrund, die einen beunruhigenden „Schatten“ wirft, der ihrer eigenen Form nicht gerecht wird. Serpan spielt auf diese Art und Weise mit kosmischen, poetischen und biologischen Darstellungen des Raums. | Marta Smolińska